„Ein Monstrum von einer Geschichte“: Oper „Le Prophète“ feiert im Musiktheater Premiere

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 19.09.2019 13:00 Uhr

LINZ. Große Oper am Landestheater Linz: Mit Meyerbeers „Le Prophète“ zieht ab 22. September ein Weltuntergangs-Szenario in den großen Saal des Musiktheaters ein.

„Le Prophète ist ein Monstrum von einer Geschichte. Die Oper erzählt etwas von einem Weltuntergang, den die Menschen selber verursachen. Es gibt auch keinen Hoffnungsschein am Ende“, fasst Regisseur Alexander von Pfeil die Oper von Giacomo Meyerbeer zusammen.

Meyerbeer war zu seiner Zeit der erfolgreichste und meistgespielte Komponist weltweit, trotz des pessimistischen Weltbildes war „Le Prophète“ ein sensationeller Erfolg bei der Uraufführung 1849. Erst aber in den 1970er-Jahren fing die Musikwissenschaft wieder an, sich für Meyerbeer zu interessieren. 

Marionette der Täuferbewegung

Erzählt wird die Geschichte des charismatischen Gastwirtes Jean, der im 16. Jahrhundert mehr oder weniger durch Zufall an die Spitze der sozialrevolutionären reformatorischen Täuferbewegung gespült wird. Hier muss er erfahren, dass seine Bestrebungen, sein politisches Handeln und sein privates Glück an der Seite seiner Braut Berthe und seiner Mutter Fidès zu vereinen, in eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes führen müssen.

„Großes Thema sind Segen und Fluch von Religion. Sie gibt Halt und Kragt, wenn der Glaube aber missbraucht wird, führt er zum Schrecken“, so Regisseur Alexander von Pfeil. „Das ganze Werk ist ein Albtraum von immer wieder Zuspitzungen, jede Entscheidung geht in die fatale Richtung bis hin zur Braut Berthe, die in töten will“. 

Musikalisch umfangreich virtuos

Erstmals wagt sich Bruckner Orchester-Chefdirigent Markus Poschner an Meyerbeer: „Für mich als Musiker ist das eine großartige Entdeckung.“ Die Musik sei umfangreich virtuos, das Stück sei auch eine Herausforderung für die Sänger. „Nahe am Unsingbaren ist die Fidès mit fast drei Oktaven Umfang. Das zeichnet Katherine Lerner, die die Rolle verkörpert, aus“, so Poschner. Stolz ist man, dass alle Partien bis auf die Titelrolle (Jeffrey Hartman) vom Linzer Ensemble besetzt werden können.

Rund 400 Kostüme werden eingesetzt. „Wir wollten einen Raum, der eine Endstation ist, ohne Farbe, sehr bedrückend. Sogar Hoffnung wir zum Negativen“, so Piero Vinciguerra (Bühne).

Karten

„Le Prophète“, Oper in fünf Akten von Giacomo Meyerbeer. Text von Eugène Scribe und Émile Deschamps; in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Dauer: drei Stunden, ohne Pause.

Premiere wird am Sonntag, 22. September, 19 Uhr, im Großen Saal des Musiktheaters Linz gefeiert. Zu sehen bis 3. März, alle Termine und Karten unter www.landestheater-linz.at

 

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