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Gelungenes Großereignis: Mayerbeers "Le Prophète" feierte im Linzer Musiktheater Premiere

Karin Seyringer, 23.09.2019 01:05

LINZ. Große Oper am Landestheater Linz: Unter der Regie von Alexander von Pfeil und der musikalischen Leitung von Markus Poschner wurde Giacomo Meyerbeers Meisterwerk „Le Prophète“ unter viel Applaus und Jubel des Premierenpublikums erstmals in Linz auf die Bühne gebracht.

Foto: Barbara Pálffy
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Erzählt wird die Geschichte des charismatischen Gastwirtes Jean, der im 16. Jahrhundert mehr oder weniger durch Zufall an die Spitze der sozialrevolutionären reformatorischen Täuferbewegung gespült wird. Seine Liebste von der Obrigkeit entführt und seine Mutter zurückgelassen entspinnt sich unter dem Regiment des selbst ernannten Propheten ein wahrer Blutrausch im Kampf gegen die Reichen und Mächtigen. Jean wird zur Marionette der sektenartigen Bewegung. Die letzte Hoffnung, doch noch an der Seite seiner Braut Berthe und seiner Mutter Fidès sein Glück zu finden, wird jäh zerstört und endet in einer Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes ...

Es ist keine leichte Kost, die dem Publikum im Musiktheater serviert wird. Großes Thema des Werks sind Segen und Fluch von Religion, ihre Macht und die Auswirkungen deren Missbrauchs. Brutalste Gewalt, Unterwürfigkeit und blinder Gehorsam - das Thema kann kaum aktueller sein. Mit subtilen Mitteln macht Regisseur Alexander von Pfeil die Thematik auch in der Linzer Inszenierung zu einer zeitlosen wie universell gültigen.

Zarte und aufwühlende Klänge

Gestemmt wird die Grand opéra in fünf Akten mit rund 100 Mitwirkenden - darunter Chor, Extrachor, Kinder- und Jugendchor des Landestheaters - voll besetztem Orchestergraben und 400 Kostümen scheinbar mühelos.

Chefdirigent Markus Poschner - für den es selbst die erste musikalische Begegnung mit Mayerbeer war - und seine Musiker des Bruckner Orchesters schaffen den Wechsel zwischen zarten und aufrüttelnden Klängen, zwischen Hoffnungsschimmer und drohendem Unheil meisterhaft.

Unterstrichen werden die großartigen Klänge aus der Feder Mayerbeers von einem schaurig-schönen Bühnenbild, schlicht und weitgehend farblos, unterbrochen von gelegentlichen Blutspritzern auf der ansonsten weißen Kleidung der Täufer-Anhänger. An der Decke der die Bühne vollständig einnehmende Eisenkonstruktion baumeln zuweilen Körper, die Brutalität der Ereignisse schweben so nicht nur metaphorisch über den Köpfen. 

Lerner meistert Aufgabe hervorragend

Herausragend unter der gesamten großartigen Leistung von Jeffrey Hartmann (Jean), Brigitte Geller (Berthe), Dominik Nekel (Zacharie), Matthäus Schmidlechner (Jonas), Adam Kim (Mathisen), Martin Achrainer (Graf von Oberthal) und dem gesamten Ensemble: Katherine Lerner in der äußerst anspruchsvollen Roller der Mutter Fidès. Ihre Darbietungen wurden nicht nur einmal mit Zwischenapplaus belohnt. 

Zwar ließ sich das Premierenpublikum nur ganz vereinzelt zu Standing Ovations hinreißen - vielleicht fehlten dafür die ganz großen Emotionen -  dafür aber um so lauter waren Applaus und Jubel für das Ensemble, Regieteam und Bruckner Orchester, allen voran Katherine Lerner und Markus Poschner.

Ein Genuss vor Augen und Ohren - „Le Prophète“ ist noch bis 3. März zu sehen, alle Termine und Karten unter www.landestheater-linz.at


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