Ein Stoff für Märchenfans: „Cinderella“ als Tanzstück im Musiktheater

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 27.02.2020 12:46 Uhr

LINZ. Er ist unzählige Male verfilmt worden, verschiedenste Interpretationen gibt es vom berühmten Märchenstoff „Cinderella“ von den Grimm-Brüdern. Nun zaubert die Linzer Tanzdirektorin Mei Hong Lin ihre eigene Version auf die Bühne des Musiktheaters, mit dem Ballett „Cinderella“ von Sergej Prokofjew. Mei Hong Lin verankert den märchenhaften Stoff in der Theaterwelt.

Der Märchenstoff ist zeitlos, kaum jemand – jeden Alters, der ihn nicht kennt. Die Botschaft: sich Kraft des eigenen Willens und mit viel Mut zu emanzipieren – dazu kommt ein wenig magische Hilfe – und wenn es gut läuft, wartet am Ende sogar der Prinz. „Es geht um die Sehnsucht nach Glück, Liebe und Geborgenheit“, so Dramaturg Thorsten Teubl, der in der neuen Inszenierung eine Hommage und Liebeserklärung an den Tanz und eine tiefe Verbeugung vor dem Märchen sieht.

Märchen in Theaterwelt verlegt

Lin verknüpft in ihrem neuen Tanzstück die Märchenwelt mit der Welt des Theaters. Cinderella ist das Kind zweier Star-Tänzer und wächst im und mit dem Theater auf. Ihr großer Traum ist es, selbst Tänzerin zu werden. Das Schicksal will es so – die Mutter stirbt, der Vater heiratet wieder, verfällt aber in Depressionen. „Bei mir ist die Stiefmutter nicht giftig, aber der Vater schafft es nicht, sie so zu lieben wie sie das möchte – und so entsteht eine Spannung. Es ist eine völlig moderne Situation, die Stiefmutter hat selbst zwei Töchter – es ist eine Patchwork-Familie“, erläutert Lin. Der Prinz in der Linzer Inszenierung ist ein Star-Tänzer, der mit seiner Kompanie in die Stadt kommt und eine Tanzpartnerin sucht.

Autobiografisch

In der Inszenierung steckt auch viel von Tanzdirektorin Lin selbst. Ein wenig erzählt sie aus ihrer eigenen Biografie, ihren Weg auf die großen Tanztheaterbühnen der Welt. „Auch ich wollte immer Tänzerin werden. Es ist ein Stück zum Träumen, zeigt aber auch, dass man hart für seinen Traum arbeiten muss“, so die Tanzdirektorin. Wichtig für sie: „Den Zauber des Märchens habe ich nicht weggelassen – denn das ist es, was ich selbst glaube und was mir wichtig ist.“

Prokofjews Originalmusik

Die musikalische Leitung hat Marc Reibel inne, es ist die zweite Zusammenarbeit für ihn und Mei Hong Lin. Das Brucknerorchester spielt die Originalmusik von Sergej Prokofjew. „Das Ballett ist komponiert als Handlungsballett, strukturiert in Nummern, dadurch ist es möglich, die Charaktere einander gegenüberzustellen. 'Cinderella' ist aus der letzten Schaffensperiode von Prokofjew, vom Stil her geht es eher wieder in die klassische Richtung“, erzählt Reibl.

Symbolkraft des Lichtes

Dirk Hofacker zeigt für Bühne und Kostüme verantwortlich. Er setzt vor allem auf die Symbolkraft des Lichtes. „Die Musik ist teils dunkel und mystisch aber gleichzeitig auch hell. Das märchenhafte entsteht aus dem Licht – mit dem Dunkel entsteht die Polarität vom realen Leben und einer Traumwelt“, erläutert Hofacker, ohne zu viel zu verraten. Bei den Kostümen lehnte sich Hofacker bei der Stieffamilie an den Manga-Stil an, wohingegen Cinderella im puren Stil dargestellt wird.

Für die ganze Familie

Mei Hong Lin wünscht sich auch junges Publikum auf den Zuschauerrängen, das Tanzstück ist für die ganze Familie geeignet, auch zwei Nachmittagsvorstellung wird angeboten. „Es ist Theater im Theater, Märchenfans kommen genauso auf ihre Kosten wie jene, die das Stück anders interpretieren wollen“, lädt Lin ein.

Premiere feiert das märchenhafte Ballett am Samstag, 29. Februar, 19.30 Uhr. Dauer: zwei Stunden ohne Pause. Am Spielplan steht es bis 19. Juni – alle Infos, Termine und Karten gibt's unter www.landestheater-linz.at

 

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