„BestOFF“ der Kunstuni-Studenten mit Corona-Schwerpunkt

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Mit „Thrashflow“ greift Franziska Pruckner die Auswirkungen der Modeindustrie auf die Umwelt auf. (Foto: Mark Sengstbratl Architekturfotografie)
Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 10.06.2021 12:47 Uhr

LINZ. Pandemie-bedingt musste sie mehrmals verschoben werden, nun kann die jährliche Studierenden-Präsentation der Kunstuniversität Linz endlich besichtigt werden: Die „BestOFF“ blickt mit mehr als 40 Arbeiten von 10. Juni bis 3. Juli auf ein forderndes Gestern, ein spannendes Heute und ein mögliches Morgen.

Sich weigern nachzugeben und das scheinbar Unmögliche entschieden reklamieren – das ist dem Gezeigten in den beiden Brückenkopfgebäuden der Uni sowie im angrenzenden Ausstellungsraum splace gemein. „Alles, was bei der Bewältigung der neuen und der alten Krisen hilft, können wir nur selber tun: durch solidarisches Handeln, heftiges Streiten und umsichtiges Agieren“, beschreibt das Kuratoren-Duo Rainer Zendron und Simone Barlian die Rolle der Kunst in Zeiten von Corona. „Dieses Mal gab es weniger Einreichungen. Doch dem Gezeigten gelingt es, unsere Zeit vielschichtig, beispielhaft, manchmal auch verblüffend und emergent zu reflektieren.“ Die Ausstellungsgestaltung ist Zendrons Abschiedspräsent an die Kunstuni: Der langjährige Professor und Vizerektor befindet sich seit kurzem im Ruhestand. 

„Die Arbeiten der ,BestOFF‘ sind unter dem Eindruck eines besonderen Studienjahres und außergewöhnlicher Bedingungen entstanden: Die Zugänglichkeit zu Ateliers, Werkstätten, Materialien etc. war über Monate nur eingeschränkt gegeben“, erklärt Rektorin Brigitte Hütter. „Umso erfreulicher sind die spürbar große Ambition, mit der die Projekte realisiert wurden, und die erneut hohe Qualität der Werke.“ 

Wider die pandemische Schockstarre

Das erste „BestOFF“-Drittel befasst sich mit Covid-19 und den Folgen. Die Arbeiten im Infopoint (Hauptplatz 6) und im splace führen vor Augen, wie die Künstler der pandemischen Schockstarre trotzen: Der Bogen spannt sich von interaktiven Medieninstallationen und Virus-Tagebüchern über die kritische Reflexion von politischen Maßnahmen und der Berichterstattung bis zu krisengerechten Stadtteil-Beteiligungsinitiativen und kontaktfreien Tourismusangeboten.

Kritik am Hier und Jetzt

Die im angrenzenden Brückenkopfgebäude Ost versammelten Installationen artikulieren Kritik an Rassismus, Diskriminierung, Ausbeutung, Klimaerwärmung und Umweltzerstörung. Sie zeigen Utopien auf, schaffen Interaktionsmöglichkeiten und fordern von Politik und Gesellschaft Perspektiven ein. Mit Nachdenklichkeit und präzisem Hinterfragen aktueller Gegebenheiten soll blindem Fortschrittsglauben Einhalt geboten werden. 

Entgegen internationalen Tendenzen

Die Exponate im Brückenkopfgebäude West untermauern, mit welcher Konsequenz die Kunstuniversität künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsstrategien in allen Fachbereichen implementiert. Zwei Leseinseln laden die Besucher zum Schmökern in ausgewählten Publikationen von Studierenden ein. Ein Pavillon beherbergt vielschichtige Bücher aus verschiedensten Gebieten, der andere einen Ausschnitt von Abschlussarbeiten aus dem PhD-Bereich. 

Momente für subjektive Wahrnehmung

Gerade heuer will die Ausstellung „Momente für subjektive Wahrnehmung entfalten“, wie Zendron und Barlian es ausdrücken. Gelegenheit dazu gibt es unter anderem bei Kuratoren-Führungen sowie am 2. Juli bei einer Performance und einem Filmscreening.

Die Ausstellung ist von Dienstag bis Freitag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Beim Besuch erfolgt eine Registrierung vor Ort, es ist eine FFP2-Maske zu tragen.

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