"Wie im Himmel": Landestheater startet in die neue Saison
LINZ. Das Landestheater Linz geht in die neue Saison, „Wie im Himmel“, die deutschsprachige Erstaufführung des skandinavischen Musicals nach dem gleichnamigen erfolgreichen Film macht den Auftakt. Premiere wird am Samstag, 11. September im Musiktheater gefeiert – deutschsprachige Erstaufführung.

Es ist überhaupt erst die dritte Inszenierung des Stoffes – nach der Uraufführung in Stockholm (September 2018) und Oslo. Der Linzer Musicalchef Matthias Davids, der in Linz auch inszeniert, ist vorab auch nach Stockholm gereist, um sich schlau zu machen. „Ich bin immer auf der Jagd nach neuen Stoffen. Das Stück hat gleich ins Herz getroffen, es war klar, dass wir es auch in Linz zeigen müssen“, so Davids. Und es passe auch gerade besonders in die jetzige Zeit, „weil wir uns durch Corona alle miteinander neu definieren müssten, lernen, wie wir uns neu zusammensetzen, das ist in diesem Stück auch ein bisschen so“, so der Regisseur.
Kay Pollak, Regisseur des Erfolgsfilms aus dem Jahr 2004 und seine Frau Carin, ebenfalls treibende Kraft beim Film - beide werden für die Premiere in Linz erwartet - haben den Stoff auch selbst zum Musical verwandelt, für die Musik wurde der erfolgreiche Pop-Komponist Fredrik Kempe an Bord geholt.
Ein Chor und die große Liebe
Wer den erfolgreichen Film nicht kennt: Star-Dirigent Daniel Daréus kehrt nach einem Herzinfarkt zurück in das Dorf seiner Kindheit, Ljusaker im Norden Schwedens. Mittlerweile mit Pseudonym erkennt ihn dort niemand mehr. Zuerst widerstrebend übernimmt er die Leitung des Kirchenchors, die bunte Schar ist begeistert von den eigenwilligen Methoden des Dirigenten. Allerdings kommt der frische Wind nicht überall gut an. Eifersucht herrscht, Gabriellas gewalttätiger Mann Conny und der verbitterte Pfarrer Stig kämpfen darum, die alte „Ordnung“ wiederherzustellen. Gegen alle Widerstände reiste der Chor, mittlerweile um einige Mitglieder reicher, zu einem Chorwettbewerb nach Wien. Daniel findet auch seine große Liebe, in Form von Lena. Am Schluss bleibe ein halb trauriges wie halb frohes Ende, so Davids.
„Die Mitglieder im Chor sind eigentlich extrem ungeeignet für einen Chor – eine ist schwerhörig, die anderen können keine Noten lesen. Aber es ist eine Gruppe, die Spaß an der Freude hat“, so Davids. Das habe sich übrigens auch bei den Proben in Linz gezeigt. „Die Darsteller sind bei den Proben zusammengewachsen, stärker als sonst.“
Ensemble und sechs Gäste
Zum Linzer Musical-Ensemble gesellen sich sechs Gäste, darunter Mathias Edenborn als Daniel Daréus, eine Größe im Musical, noch dazu Schwede. Einigen wird sie noch bekannt sein: Birgit Zamulo, vor rund 20 Jahren am Landestheater gefeiert, kehrt für die Rolle der Olga zurück ans Landestheater. Die jüngste fix im Linzer Musical-Ensemble, Celina dos Santos, spielt nach „Mary und Max“ als Lena ihre zweite große Rolle.
Besonders macht das Musical auch, dass eine Schar an Kindern dafür gecastet wurden. Gabriel Federspieler und Declyn Lehner sind in abwechselnder Besetzung als der „kleine Daniel“ zu erleben, Stefan Deinhammer als junger Daniel. Erster und letzter wurden bei Prima la musica gecastet, Lehner hat extra für die Rolle Geige spielen gelernt. In Oberösterreich seien solch aufwendige Besetzungen von Kindern leichter, verweist Davids auf die Ausbildung im OÖ Landesmusikschulwerk. Zum Einsatz kommt auch der Extrachor des Landestheaters, immerhin wächst der Chor im Laufe des Stücks immer weiter.
Federleichte Musik
Musikalisch sei das Stück nicht nur Pop, auch die Stimmung des Dorfes werde eingefangen, erzählt Dramaturg Arne Beeker. „Die Musik ist oft filmisch komponiert, jeder Charakter wird mit Musik charakterisiert.“ Die musikalische Leitung obliegt Juheon Han. Der aus dem Film bekannte Song „Gabriellas Song“ ist auch der einzige, der Teil des Musicals ist, der Rest ist für das Musical neu entstanden.
Bei der Ausstattung sei es schwierig gewesen, die wichtigen Außen- und Innenräume zu erfassen, „wir brauchten ein Bühnenbild, das 'tanzen' kann, ein bewegtes Bild“, dass fließend von einer Szene in die andere bringe. Geschafft habe das Mathias Fischer-Dieskau. Die Herausforderung bei den Kostümen: Die Leute normal aussehen zu lassen, ohne das Publikum zu langweilen. „Das Publikum wird Skandinavien erkennen, Susanne Hubrich hat die Charaktere gut angespitzt, aber ohne sie zu überspitzen“, so Davids.
Zwar ist „Wie im Himmel“ kein Tanzstück, aber auch die Choreografie sei herausfordernd gewesen. Die Aufgabe von Melissa King: Choreografien zu schaffen, die zur Situation passen, „alles ist von den Schauspielern in Improvisation entstanden“, erklärt der Regisseur.
Infos und Karten
Premiere: Samstag, 11. September, 19.30 Uhr, Großer Saal Musiktheater Linz; zu sehen ist das Stück bis 23. Februar 2022. Alle Infos und Karten: www.landestheater-linz.at, Tel. 0732/7611-400


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