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LINZ. Mit „Alienation“ bringt die Sparte Junges Theater des Landestheaters ein Stück über das Gefühl, nicht einer Norm entsprechen zu wollen, und der Sehnsucht nach einem Ort, an dem man sich zu Hause fühlen kann, auf die Bühne. Allerdings wird nicht auf den bekannten Holzbrettern gespielt, sondern live im Internet. Das Stück nach einem unveröffentlichten Roman von Corinna Antelmann wurde als reines Online-Format mit Interaktionsmöglichkeit konzipiert. Uraufführung:  17. Jänner.

Isabella Campestrini in "Alienation" (Foto: Philip Brunnader)
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Utopie und Wirklichkeit, Digitalität und Alltag, die eigenen Bedürfnisse und die Erwartungen anderer – Corinna Antelmanns Text erzählt von dem Gefühl, nicht einer Norm entsprechen zu wollen, und der Sehnsucht nach einem Ort, an dem man sich zu Hause fühlen kann. In „Alienation“ geht es um viel: Erwachsen werden, Geschlechternormen, den Segen und die Gefahren des Internets und schließlich einfach um einen jungen Menschen auf der Suche nach sich selbst. Erzählt wird von dem immer neuen Gefühl der Jugend, nicht einer Norm entsprechen zu wollen.

Die Vorlage für das Stück von Antelmann handelt von Nicola oder Nico (live gespielt von Isabella Campestrini), „es geht um ein Mädchen, dass sich selbst versucht zu verorten, keinen Platz findet, sich mit Rollenbildern nicht zurechtzufinden, etwas sucht und immer auf Widerstände stößt. Im Internet erfindet sie eine Welt, in der sie sein kann, wie sie möchte“, so die Leiterin der Sparte Junges Theater Nele Neitzke, die auch Regie führt. Durch die Pandemie sei die Idee entstanden, den Roman so zu bearbeiten, dass er tatsächlich im Internet zur Premiere kommt.

„Wir haben eine Bühne dazu gewonnen“

„Das ist keine Produktion, die für die Bühne aus Holz gedacht ist, sondern tatsächlich ausschließlich für den digitalen Raum. Wir versuchen immer wieder zu erforschen, was in diesem Rau noch geht, wie können diese Formate sein und wie können wir damit arbeiten – um wegzukommen vom filmischen Erlebnis hin zu Interaktivität“, erzählt die Neitzke, die Antelmann dafür dankt, mit ihrem Roman auf diese Art umgehen zu dürfen. „Jenseits der Pandemie sind das Formate, die wir weiterführen werden, wir haben eine Bühne dazugewonnen.“

Auch die Autorin selbst freut sich, „ich bin dankbar über diese Fassung, es ist toll, dass jetzt online zu sehen, was die Einsamkeit des Mädchens nochmal verstärkt“, so Antelmann, die findet, dass gerade diese Thematik sehr gut für eine solche Form der Inszenierung passt.

FH-Studenten entwickelten virtuelle Welt

Das Stück ist auch Teil des europäischen Projekts PlayOn!, das sich mit der Digitalisierung im Bereich Theater für junges Publikum beschäftigt. Über eine Kooperation mit der FH OÖ, Standort Hagenberg, haben die zwei Studierenden Nils Gallist und Manuel Lattner dann die virtuellen Welten für das Stück entwickelt und programmiert.

Unabhängig davon spielt das Stück in einem nachgebauten Dachboden, „in dem verschiedene Personen ihre Spuren hinterlassen haben. Man kann in jeder Ecke Kleinigkeiten finden“, erzählt Ausstatterin Karin Waltenberger.

Neben einem Live-Kamerabild halten Handyvideos, die eingespielt werden, die Umwelt der Protagonistin fest, ein Chat läuft mit. „Es macht Sinn, das Stück über einen PC-Monitor zu schauen, oder in der Schulklasse über einen Beamer, mit dem Smartphone stößt man an die Grenzen“, wird geraten.

Zuschauer bestimmen mit

Via eine Webapp können die Zuschauer auch selbst mitbestimmen, in welche Richtung sich die virtuelle Welt entwickeln soll. Auch Reaktionen können gesendet werden. Für Schulklassen etwa werden auch Nachgespräche angeboten.

Service

„Alienation“, nach einem noch unveröffentlichten Roman von Corinna Antelmann – ab 13 Jahren, Dauer: ca. 75 Minuten, Uraufführung: Montag, 17. Jänner, 11 Uhr, auf der Landestheater-Netzbühne. Infos, Termine und Karten: www.landestheater-linz.at/netzbuehne


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