Herbert Koeppel zeigt "Die Ästhetik der Freileitung"
LINZ. Am Dienstag, 22. Februar, eröffnet die Tummelplatz Galerie ihre zweite Ausstellung in diesem Jahr: Herbert Koeppel zeigt darin einen Überblick über seine Beschäftigung mit der von ihm empfundenen Ästhetik der Freileitungen.

Als Landschaftsfotograf lag es früher in seinem Interesse diese anthropogen-technischen Landschaftselemente durch bildkompositorische Kniffe oder durch den nachträglichen Beschnitt auszublenden. Auf den fertigen Photographien sollten ja Naturlandschaften zu sehen sein und auch der Eindruck von unberührter Natur sollte beim Betrachter entstehen. Vor einigen Jahren beschloss er aber, anstatt diese technischen Landschaftselemente bei seinen Aufnahmen absichtlich auszublenden, genau das Gegenteil zu tun.
Er machte sich auf die Suche nach Motivmöglichkeiten, die sich durch das Einbeziehen der Freileitungen in die Bildkomposition ergeben würden. Dabei entdeckte er, eine für sich vorher verborgene Ästhetik der Freileitung. Für ihn persönlich liegt in der Entdeckung dieser Ästhetik die Erkenntnis, dass es durchaus möglich ist, auf ein früher absolut störendes Element einen völlig anderen Blick entwickeln zu können.
Über das Entsetzen der Erdkabel-Fraktion darüber, dass jemand in Freileitungen und deren dazugehörigen Bauwerken eine Ästhetik finden kann, ist er sich vollkommen bewusst. Doch weder eine Befürwortung der Sprecher für Freileitungen, noch der Erdkabel-Fraktion liegt in seinem Interesse. Seine photographischen Arbeiten zum Thema Freileitungen brechen keine Lanze, für keine der beiden Fraktionen. Zumal ja Freileitungen nicht immer nur Stromleitungen sind.


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