Im Brucknerhaus wird ein Hollywoodstar zum Serienmörder
LINZ. Das Kirch'Klang Festival zieht von 25. Juni bis 21. August durchs Salzkammergut. Für einen Abend voll seelischer Abgründe macht das Festival aber einen Abstecher ins Brucknerhaus, wo Hollywoodstar John Malkovich in „The Infernal Comedy“ in die Rolle Jack Unterwegers schlüpft.

Malkovich präsentiert als Jack Unterweger dessen post mortem geschriebene, also fiktive Autobiografie, in der er erstmals die angebliche ganze Wahrheit über das Leben und Sterben des Serienmörders erzählt. Zwei Sopranistinnen schlüpfen in die Gestalten der Frauen seines Lebens und interpretieren Arien von Vivaldi, Mozart, Haydn und Weber, die allesamt Liebe und Gewalt zum Thema haben. Musikalisch begleitet werden sie vom Orchester Wiener Akademie.
Wenn ein toter Serienmörder auf die Bühne zurückkehrt, um seine Autobiografie in einer öffentlichen Lesung vorzustellen, wird man kaum mit einer Komödie rechnen. Was aber soll man überhaupt erwarten von einem Frauenmörder-Stück für einen Schauspieler, zwei Sopranistinnen und Barockorchester? „The Infernal Comedy“ ist eine musikalische Theateradaption der Ereignisse rund um den Psychopathen Jack Unterweger.
Vage Ahnungen schlagen eine konkrete Richtung ein, wenn man weiß, dass John Malkovich die Rolle des Jack spielt, der die Bekenntnisse eines Serienmörders ablegt. Einen Bösewicht der übelsten Sorte wollte der Hollywoodstar schon immer einmal darstellen – in diesem Projekt hat er dazu reichlich Gelegenheit. Nach dem weltweiten Erfolg – die Uraufführung fand am 1. Juli 2009 in Wien statt – kehrt die Produktion nun endlich wieder nach Österreich zurück.


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