Liebesgeschichten und Heiratssachen: Nestroy führt Volk "auf bösartige Weise" vor
LINZ. Dominique Schnitzer gibt mit Johann Nepomuk Nestroys Posse mit Gesang „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ sein Linz-Debüt als Regisseur. Premiere wird am Samstag, 14. Mai, 19.30 Uhr, im Landestheater Schauspielhaus an der Promenade gefeiert.

Geld und die Gier des Menschen stehen wie so häufig in dieser satirischen Verwechslungskomödie um den Neureichen Florian Fett, der sich zum Schlossherren gemauserten hat, im Mittelpunkt. Fetts Tochter Fanny ist in den Kaufmannssohn Anton verliebt, Ulrike, eine entfernte Verwandte, liebt den scheinbar mittellosen Alfred und Hochstapler und Tunichtgut Nebel hat ein Auge geworfen auf Lucia Distel, die vermögende Schwägerin des Florian Fett. Irrungen und Wirrungen entspinnen sich.
Regisseur Dominique Schnitzer, der erstmals in Linz arbeitet, hat selbst eine große Liebe zu Nestroy, wie er sagt. „Ich mag es sehr, dass er es immer geschafft hat, unangenehme Themen in tolle Figuren und witzige Handlungen zu formen, unangenehme Wahrheiten auf unterhaltsame Art zu erzählen.“
Couplets zentral
Eine zentrale Rolle im Stück spielen Couplets, die gebürgte Paschinger Poetry Slam-Künstlerin Sarah Anna Fernbach hat jene von Nestroy erweitert und Zusatzstrophen mit aktuellen Inhalten gedichtet. „Wir haben versucht, die Nestroy-Couplets von damals mit dem Heute zu verbinden, aber im Geiste bleiben wir Nestroy treu“, erzählt Schnitzer.
Auch in der Ausstattung (Christin Treunert) bleibt die Inszenierung ungefähr in der Zeit Nestroys. „Die gesellschaftlichen Umtriebe von damals sind auf heute anwendbar. Vielleicht hat sich die Mode geändert, aber der Mensch selber nicht“, so der Regisseur zur Unbelehrbarkeit des Menschen als Botschaft Nestroys.
Musikalisch geleitet wird die Inszenierung von Joachim Werner, zu hören ist ein „kammermusikalisch wirkendes Quartett“, so Dramaturg Andreas Erdmann – allerdings in teils origineller Besetzung: Piano, Geige, Gitarre, Klarinette und auch Melodika kommen zum Einsatz. Grundlage für die Musik ist die Originalpartitur, das Arrangement wurde auf die Instrumentalisierung angepasst.
Generell ist „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ ein „Volksstück im besten Sinne, nicht nur dem Volk wird aufs Maul geschaut, sondern dieses auch auf bösartige Weise vorgeführt“, freut sich Schnitzer.
Service
Zu erleben ab 14. Mai im Schauspielhaus Linz, bis 30. Juni. Infos und Karten: www.landestheater-linz.at


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