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LINZ. Michael Obst und Hermann Schneider haben sich wieder zusammengetan und eine neue Oper geschaffen. Der Komponist und der Landestheater-Intendant haben für „Unter dem Gletscher“ den isländischen Roman „Am Gletscher“ von Halldór Laxness aufgearbeitet, ein Auftragswerk des Linzer Landestheaters. Die Uraufführung findet am Samstag, 21. Mai, 19.30 Uhr, im Großen Saal des Musiktheaters statt.

"Unter dem Gletscher" - Uraufführung im Musiktheater Linz. (Foto: Reinhard Winkler)
  1 / 5   "Unter dem Gletscher" - Uraufführung im Musiktheater Linz. (Foto: Reinhard Winkler)

Am Fuße des Snæfellsgletschers vernachlässige ein Gemeindepfarrer seine seelsorgerischen Pflichten. So lautet das Gerücht, das einen jungen Geistlichen im Auftrag der kirchlichen Obrigkeit aus Reykjavík in die isländische Provinz führt. Was ihn allerdings dort erwartet, ist noch weitaus komplizierter: Ein Pfarrer, der lieber Campingkocher repariert als zu predigen, ein maßlos wohlhabender und einflussreicher Großunternehmer und drei Hirten, die von den Wundern der Wiederbelebung sprechen und nur wenig Wirklichkeit zu brauchen scheinen, sind nur der Beginn einer wundersamen und rätselhaften Geschichte über eine Gesellschaft zwischen Volksglauben und Moderne.

Langjährige Zusammenarbeit

Diesen Stoff haben sich Komponist Michael Obst und Hermann Schneider, von dem das Libretto stammt und der auch Regie führt, vorgenommen. Es ist Obsts dritte Oper in Linz, so feierte er etwa 2016 mit „Solaris“ einen wahren Publikumserfolg. Schneider und ihn verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. Das erfrischende und einfache an einer Uraufführung für Schneider: Es gebe keinen Ballast, das Publikum sei unbefangen.

Spiritualität im 20. Jahrhundert

Die literarische Vorlage für „Unter dem Gletscher“ – „Am Gletscher“ aus der Feder des bislang einzigen isländischen Nobelpreisträgers Halldór Laxness - sei ein Roman über Spiritualität im 20. Jahrhundert. „Das faszinierende für mich ist zu beobachten, dass man im zurückliegenden halben Jahrhundert keine Antworten mehr bekommt zur Frage nach dem Sinn des Lebens“, so Schneider. „Die Welt wird immer rätselhafter für den Menschen, er leidet an Sinndefiziten. Dieser Zustand – der Erkenntnisdrang auf der einen Seite und keine Antworten darauf auf der anderen – führt zwar zu einer Befreiung, aber auch Orientierungslosigkeit.“

Neben diesem philosophischen Aspekt stelle die Oper auch die Frage, wie es um die Institution Kirche bestellt ist, die Frage nach der Diskrepanz zwischen gelebtem Leben und theoretischem Wissen. Das Stück sei aber auch eine  „mystische Mischung aus Science Fiction und Mystery Thriller“, erläutert Schneider.

Tiefgründig, mit viel Heiterkeit

Ihm wie auch Obst ist es aber auch wichtig, zu unterstreichen, dass es sich um eine tiefgründig-komische Welt handle, „mit jeder Menge schräger Figuren“, so Obst. Es handle sich um eine ebenso humane wie groteske Komödie. Bei allem Tiefsinn schwebe eine große, subtile Heiterkeit angesichts der Absurdität der menschlichen Existenz im Kontext einer grandiosen Natur und einer unentschlüsselbaren Spiritualität über dem Geschehen.

Islands reicher Schatz an Musik

Musikalisch hat sich Obst bei seiner Komposition von Islands reichem Schatz an Musik inspirieren lassen. So wie auch der Roman mit einer Leichtigkeit daherkomme, sei auch die Musik nicht schwer. Aus isländischer Volksmusik hat Obst Melodien in das harmonische Konzept eingepasst und variiert, spielt damit. „Die Oper ist nicht durchkomponiert, die Musik kommt in Nummern“, so Obst.

Es spielt das Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Ingmar Beck. Auch dieser unterstreicht: „Die Musik ist teils sehr unterhaltend, hat aber auch eine Meinung und erzählt, wie die Stimmung ist“. Das große Orchester sei auch mit drei Saxophonen, einem Jazzbass und Klavier besetzt. „Es ist Musik, die sehr viele Bilder im Kopf schafft.“

Service

Generell sei es die Idee gewesen, die Leichtigkeit des Romans in Wort und Klang zu bringen, so Obst. Premiere wird am Samstag, 21. Mai, 19.30 Uhr gefeiert, alle Termine, Infos und Karten:  www.landestheater-linz.at


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