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Erinnerungskultur: Zirkus des Wissens präsentiert „Zehn Zeugen sajnen mir gewesn“

Nora Heindl, 02.02.2023 10:54

LINZ. Wie kann Erinnern an den Holocaust möglich sein, wenn die letzten Zeitzeugen nicht mehr unter uns sind? Diese Frage steht im Zentrum von „Zehn Zeugen sajnen mir gewesn“, das unter anderem am Mittwoch, 8. Februar, um 19.30 Uhr im Zirkus des Wissens am Campus der Johannes Kepler Universität Linz gezeigt wird. Im Anschluss folgt eine Gesprächsrunde zum Thema etwa mit Doron Rabinovici.

 (Foto: JKU)
(Foto: JKU)

„Die letzten Zeitzeugen des Holocausts sterben aus Altersgründen in diesen Jahren. Sie waren Augenzeugen der schrecklichen Ereignisse und haben ihre persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen mit uns geteilt, was uns ermöglicht hat, ein tieferes Verständnis für die Ereignisse zu gewinnen und sicherzustellen, dass sie nicht vergessen werden. Mit ihrem Tod geht auch ein wichtiger Teil der Geschichte verloren. Es ist daher umso bedeutender, dass wir neue kreative Wege finden, diese bewegenden Überlebensgeschichten zukünftigen Generationen auf persönliche und gefühlvolle Weise zu vermitteln bzw. zu erzählen“, erklärt Zirkusdirektor Airan Berg.

Neue Formate der Erinnerung

„Zehn Zeugen sajnen mir gewesn“ greift das „Verschwinden“ der Zeitzeugen des Holocaust künstlerisch auf: Wie kann die emotionale Dimension des Holocausts vermittelt werden, wenn die Zeitzeugen nicht mehr befragt werden können? Sind Videointerviews, die in großer Zahl in Archiven und im Netz zur Verfügung stehen, geeignet, diese Lücke zu schließen?

Der international bekannte israelische Regisseur David Maayan, der sich schon in seinen früheren Arbeiten auf unterschiedliche Weise mit Erinnerungskultur beschäftigt hat (beispielsweise Purimspil bei Linz09), erarbeitet mit der Schauspielerin Theresa Martini und der Musikerin Theresa Aigner neue Formate der Erinnerung. Die Schauspielerin Theresa Martini verwandelt sich in die Zeitzeugin Inge Ginsberg. Theresa Aigner singt und spielt Lieder des Holocaust-Überlebenden Aleksander Kulisiewicz. Ida Kelarová, eine der wichtigsten Interpretinnen des Roma-Liedguts, trägt gemeinsam mit ihrem Mann Desiderius Dužda Lieder aus der Zeit des Holocaust vor.

Am Mittwoch, 8. Februar, findet nach der Präsentation ein Gespräch mit den beteiligten Künstlern, dem Historiker und Schriftsteller Doron Rabinovici sowie den Experten Gudrun Blohberger (Mauthausen Memorial), Michael John (Historiker) und Herta Neiß (JKU, Internationales Auschwitz Komitee) statt. 

Vorstellungen:
7.2. 10 Uhr / 8.2. 10 und 19.30 Uhr / 9.2. 10 Uhr / 11. 2. 16 Uhr
Zirkus des Wissens, JKU, Linz
Infos und Anmeldung unter jku.at/zirkus (beschränkte Platzkapazität)
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist weiterhin frei, Spenden für den Spielbetrieb des Zirkus des Wissens werden gerne entgegengenommen.

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