Schauspiel, Operette und Oper: Premierenreigen am Landestheater
LINZ. Gleich drei Premieren gehen am kommenden Wochenende im Landestheater über die Bühne, darunter mit der Operette „Heute Nacht Fräulein“ eine Uraufführung.

Den Auftakt zum Premierenwochenende macht die Berliner Tragikomödie „Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann am Freitag, 24. April, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus.
Darin zeigt Hauptmann auf verschiedenen Stockwerken einer Berliner Mietskaserne eine zerrissene Gesellschaft, die zwar im selben Haus wohnt, doch nicht in derselben Welt lebt. Der tragischen Geschichte der Putzfrau John, die die ungewollt schwangere Pauline überredet, ihr ihr neugeborenes Kind zu überlassen, steht die bürgerliche, „komische“ Handlung um den ehemaligen Theaterdirektor Hassenreuter gegenüber, der sich in seinem Kostümfundus beim Unterrichten hoffnungslos untalentierter Schauspielschüler in Diskussionen darüber verstrickt, wessen Geschichten auf der Bühne erzählt werden sollten. Regie führt Ulrike Arnold.
Operetten-Uraufführung
Eine Uraufführung kommt mit der Operette „Heute Nacht Fräulein“ von Walter Kaufmann am Samstag, 25. April, um 19 Uhr in der BlackBox im Musiktheater zur Aufführung.
Kaufmann (1907–1984) gehört zur Generation der von den Nationalsozialisten vertriebenen Komponisten, die – was längst überfällig war – endlich wiederentdeckt werden. Seine vergnügliche Operette rund um eine selbstbewusste Hutverkäuferin, ihren sittenstrengen Chef und einen traurigen Prinzen, wurde bisher nicht gespielt und existiert nur in einer Klavierfassung. Regie führt Gregor Horres, die musikalische Leitung obliegt Jinie Ka.
Opern-Premiere
„Katja Kabanowa“, eine Oper in drei Akten des tschechischen Komponisten Leoš Janácek, feiert am Sonntag, 26. April, um 18 Uhr im Musiktheater Premiere. Kaum ein Komponist schildert seine Figuren mit so viel Mitgefühl und Wärme wie Janácek. Das Publikum kann kaum anders, als mitzuleiden. So auch mit Katja Kabanowa. Als Ehefrau eines charakterlich blassen Kaufmanns, der es nicht geschafft hat, sich von seiner dominanten Mutter zu emanzipieren, leidet Katja unter den von Kirche und Moral eingeengten Lebensbedingungen in der russischen Provinz. Sie wagt den Ausbruch, indem sie sich in eine Liebesaffäre mit dem attraktiven Boris stürzt. Doch am Ende muss sie erkennen, dass sie der Macht der rigiden gesellschaftlichen Verhältnisse nicht entfliehen kann, sodass sie nur im Gang ins Wasser die Freiheit findet, nach der sie sich so gesehnt hat. Die berührende Geschichte eines Menschen, der an seiner Umwelt zerbricht, wird von Peter Konwitschny inszeniert. Am Pult des Bruckner Orchesters steht Chefdirigent Markus Poschner.


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