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Tribüne Linz gewinnt auch zweite Instanz und blickt mutig in die kommende Saison

Karin Seyringer, 13.07.2026 11:34

LINZ. Aufatmen bei der Tribüne Linz – Theater am Südbahnhofmarkt: Auch in zweiter Instanz wurde die Kündigung des Theaters zurückgewiesen (noch nicht rechtskräftig). Nun richtet sich der Blick auf die kommende Saison. Im Mittelpunkt stehen neben Wiederaufnahmen und zahlreichen Gastspielen drei neue Eigenproduktionen mit Stücken von Daniel Kehlmann sowie Arthur Schnitzler und ein musikalisch-literarischer Jahresausklang.

  1 / 2   Auch in zweiter Instanz wurde der Tribüne rechtgegeben, das Theater bleibt damit zumindest vorerst in der Eisenhandstraße. Im Bild die beiden Theaterleiter Cornelia Metschitzer und Rudi Müllehner. (Foto: Reinhard Winkler)

Nachdem dem Theater im Dezember 2025 überraschend gerichtlich gekündigt wurde und die Existenz des Theaters auf dem Spiel stand bestätigte das Landesgericht Linz die Entscheidung des Bezirksgerichts, wonach es sich beim Bestandvertrag um einen Mietvertrag und keinen Pachtvertrag handle – womit eine grundlose Kündigung nicht möglich ist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Auch lesen: Tribüne Linz: Klage gegen Mietvertragskündigung in erster Instanz gewonnen

„Wir und unser Team sind überglücklich“, so die Theaterleitung Cornelia Metschitzer und Rudi Müllehner. „Mit dem Zweiturteil haben wir nun die Chance, der Öffentlichkeit glaubhaft zu vermitteln, dass es die Tribüne Linz weiterhin in vollem Umfang geben wird.“ Denn die Verunsicherung des Publikums – insbesondere der Schulen – angesichts der Situation habe sich auch sehr negativ auf den Kartenverkauf ausgewirkt.

Gleichzeitig appellieren Metschitzer und Müllehner an die öffentliche Hand, die finanzielle Basis des Hauses langfristig zu stärken. Vor allem die Basisförderung des Bundes bewege sich nach wie vor auf dem Niveau von vor zwölf Jahren“, so Müllehner.

Mutig kommende Spielzeit geplant

Trotz der Unsicherheit die letzten Monate haben Metschitzer und Müllehner „mutig die kommende Spielzeit geplant“ und sind gemeinsam mit ihrem Team in die Proben gestartet.

Im Herbst und Winter stehen drei neue Eigenproduktionen auf dem Spielplan. 29 unterschiedliche Gastspiele (darunter vier Premieren) sind zudem geplant.

Preisgekröntes Kehlmann-Stück zum Auftakt

Den Auftakt bei den Eigenproduktionen macht am 23. September die Premiere von Daniel Kehlmanns mit dem Nestroypreis ausgezeichnetem Stück „Geister in Princeton“. Das vielschichtige tragikomische Drama erzählt vom österreichischen Mathematiker Kurt Gödel und seiner Frau Adele. Dabei verbindet Kehlmann Biografie, Wissenschaftsgeschichte und philosophische Fragen mit einer berührenden Geschichte über Genie, Wahnsinn und Liebe.

Gegen toxische Männlichkeit 

Am 14. Oktober folgt die Premiere von Arthur Schnitzlers „Leutnant Gustl“. Die Inszenierung versteht die bekannte Novelle als zeitloses Psychogramm über gesellschaftlichen Druck, Statusdenken und toxische Männlichkeit. Der innere Monolog der Hauptfigur soll zeigen, wie sehr Identität vom Urteil anderer abhängig sein kann. Das Stück richtet sich zugleich an Schulklassen und soll die Bildungsangebote des Theaters wieder stärken. „Anhand dieses Klassikers können wir indirekt die Gefahr toxischer Männlichkeit zeigen“, so Metschitzer.

Die dritte Premiere steht am 17. Dezember auf dem Programm. Mit dem „Alt-Wiener Theatertopf“ präsentiert die Tribüne einen musikalisch-literarischen Abend, der auch zu Silvester aufgeführt wird.

Jugendstücke werden wiederaufgenommen

Wiederaufgenommen werden das Jugendstück über Cybermobbing „Out! – Gefangen im Netz“ von Knut Winkmann, das Jugendstück für das Recht auf Bildung und gegen Extremismus „Malala“ von Flo Staffelmayr sowie das Jugendstück über Klimaaktivismus „Ausnahmezustand“ von Christina Kettering

Zahlreiche Gastspiele

Die Tribüne Linz ist auch ein offenes Haus für andere Künstler und gibt Raum für zahlreiche Gastspiele. Eine bunte Mischung aus Kleinkunst, Musik und Theater wird geboten. Den Auftakt macht am 17. September die Konzert-Lesung „Red Right Hand – Die dunkle Poesie von Nick Cave“ mit mp4.live und Franz Huber.

Matthias Schlossgangl bringt die Premiere von „i – Mein ich ist ein Du“ am 18. September in die Tribüne.

Zu Gast sein werden etwa aber auch das Theater Chronos, Salzburg, mit „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, Ingrid Brodnig mit einer Lesung und Gespräch, der Kulturverein Etty mit dem neuen Stück „Jesus im Franckviertel“ oder die Operette „Die Rache der Fledermaus – Batwoman trifft Johann Strauss“ der TheaterArche Wien.

Das vollständige Programm, alle Termine und Kartenbestellung: www.tribuene-linz.at


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