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LINZ. Die ehemalige Logistikfläche der Österreichischen Post beim Linzer Hauptbahnhof, die Post City Linz, ist nun riesige Kunstfläche: Auf mehr als 2.200 Quadratmetern entstanden mit dem Urban-Art-Kollektiv Calle Libre einzigartige Kunstwerke. Einen besonderen Einblick bekommt man wie berichtet am 18. und 19. September beim „Calle Libre Festival“ - Eintritt frei.

Die interaktive Installation von Spidertag am Uhrturm. (Foto: Marlene Nemeth/Calle Libre)
  1 / 6   Die interaktive Installation von Spidertag am Uhrturm. (Foto: Marlene Nemeth/Calle Libre)

Die Österreichische Post hat gemeinsam mit dem Urban-Art-Kollektiv Calle Libre einen Teil des ehemaligen Logistikzentrums in eine öffentlich zugängliche Kunstfläche verwandelt. Auf einer Breite von fast 150 Metern und einer Höhe von bis zu 15 Metern entstand ein monumentales Werk, das Kunst in den Stadtraum bringt. Vier internationale Künstlerinnen und Künstler gestalten das Areal unter dem Motto „Addressing Tomorrow“.

Seit 180 Jahren ist die Post beim Linzer Hauptbahnhof präsent, wie Post-Generaldirektor Walter Oblin am Freitag in Linz erzählt. Bevor die Post City abgerissen und neues entstehen werde, hat sich die Post dazu entschlossen, im Übergang Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen. Ein Raum für künstlerische Ideen sei geschaffen worden, „die sich mit den großen Fragen unserer Zukunft auseinandersetzen“, so Oblin.

Kunst niederschwellig erlebbar

Auch Bürgermeister Dietmar Prammer sieht das Projekt als Teil der Stadtentwicklung: „Linz ist eine Stadt im Wandel, und genau deshalb passt ein Projekt wie ‚Addressing Tomorrow‘ sehr gut zu uns. Die Post City Linz zeigt, wie ein Ort mit Geschichte neu gedacht und für die Menschen geöffnet werden kann.“

Auch Eva Malfent, Leiterin des Referats Kulturprojekte beim Land OÖ, betont die Bedeutung des öffentlichen Raums für einen niederschwelligen Zugung zu Kunst. 

Vier Artists

An der Gestaltung beteiligt waren Manuel Skirl und Linda Steiner aus Österreich, JahOne aus Bulgarien sowie Spidertag aus Spanien. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit Themen wie Natur, Technologie, Zeit, Balance und der Veränderung von Lebensräumen.

Der Wiener Künstler Manuel Skirl gestaltet den größten Teil der Fassade. Seine abstrakten Formen erinnern an Pflanzen und Wachstumsprozesse und verbinden Stadt, Architektur und Natur. Linda Steiner setzt sich in ihrem Werk „Unter Brennnesseln“ mit dem Verhältnis des Menschen zur Natur auseinander.

Der bulgarische Künstler JahOne widmet sich mit „Balance“ dem Gleichgewicht in einer Zeit des Wandels. Der spanische Künstler Spidertag verwandelt den Uhrturm der Post City mit einer interaktiven Neoninstallation. Besucher können über einen QR-Code Teil der Arbeit werden.

„Uns war wichtig, künstlerische Positionen zusammenzubringen, die Zukunft nicht illustrieren, sondern unterschiedliche Fragen dazu aufwerfen“, erklärt Jakob Kattner, Kurator und Vorstandsvorsitzender von Calle Libre. Als gebürtigen Linzer sei er stolz, mit einem derart großen Projekt zurück in die Heimat zu kommen. 

Festival bei freiem Eintritt

Am 18. und 19. September öffnet die Post City Linz bei freiem Eintritt für Besucher. Neben Führungen durch das Kunstprojekt gibt es Live-Painting mit dem Künstler Coins, Kreativangebote wie eine Druckstation, Künstlergespräche und ein Musikprogramm mit lokalen sowie internationalen Acts.

Musikalisch sorgt am Freitag von 16 bis 22 Uhr das DJ-Kollektiv Radio Rudina - all-female - für Stimmung. Am Samstag gehört das DJ-Pult der lokalen Szene. 

Auch über Linz hinaus soll das Projekt sichtbar werden: Ein Kunstwerk aus der Post City Linz wird 2027 Teil der Europa-Briefmarkenserie der Österreichischen Post.

Projekt auf Zeit

Die neuen Kunstwerke werden solange zu sehen sein, bis das künftige Post City-Projekt ins Rollen kommt, Post-Generaldirektor Walter Oblin geht von „mindestens die nächsten ein, zwei Jahre“ aus. Die Planungen seien sehr komplex, die Widmung für einen Nutzungsmix sei aber mittlerweile erfolgt. Die konkrete Nutzung werden in den kommenden ein bis zwei Jahren festgelegt. Erhalten bleibe die dortige Zustellbasis der Post. 

Ein Teil des Geländes wird aktuell schon für die A 26-Baustelle verwendet. Auch lesen: Linzer A26: Abbrucharbeiten auf Post City-Gelände


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