"Troja!": Kinder zwischen Krieg und Freundschaft
LINZ. Mit „Troja! – Blinde Passagiere im trojanischen Pferd“ erzählt Henner Kallmeyer den antiken Kriegsstoff aus der Perspektive zweier Kinder. Das Stück für Kinder ab 10 Jahren ist auf der Studiobühne zu erleben.

Zehn Jahre lang haben die Griechen Troja belagert. Dann verschwinden sie plötzlich und lassen ein riesiges hölzernes Pferd zurück. Die Trojaner halten es für ein Geschenk der Unterlegenen, ein Opfer an die Göttin Pallas Athene, und ziehen es in ihre Stadt. Doch in der Nacht kommen griechische Kämpfer aus ihrem Versteck und legen Troja in Schutt und Asche.
Während draußen die Stadt untergeht, begegnen einander im Inneren des Pferdes zwei Kinder: die Griechin Briseis und der Trojaner Spourgitis. Zunächst trennt sie vor allem das, was sie über die jeweils andere Seite gelernt haben: Hass. Auch ein launischer Gott, der plötzlich auftaucht, vermag daran zunächst nichts zu ändern.
Doch allmählich glätten sich die Wogen. Aus der Begegnung entsteht eine Frage, die für die beiden immer dringlicher wird: Warum schlagen sich ihre Völker eigentlich gegenseitig die Köpfe ein?
Henner Kallmeyer richtet den Blick auf die Mechanismen des Krieges und auf Kinder, deren Sicht aufeinander noch nicht unverrückbar feststeht. Briseis und Spourgitis haben die Chance, hinter den erlernten Feindbildern einen Menschen zu entdecken. Sprachgewandt führt das Stück an die Absurditäten des Krieges heran und rückt zugleich die Bedeutung gemeinsamer Geschichten in den Mittelpunkt.
Die Inszenierung des Jungen Theaters übernimmt Nele Neitzke.








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