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LINZ. Nach 12 Jahren im Linzer Gemeinderat ist der 36-jährige Linzer Severin Mayr seit einem halben Jahr als Landtags-Abgeordneter für die Grünen im Einsatz. Mit Tips sprach er über die neue Rolle der OÖ Grünen und warum vor allem das ewige Hickhack zwischen Stadt und Land ein Ende finden muss.

Severin Mayr Foto: Grüne/Hölzl
Severin Mayr Foto: Grüne/Hölzl

„Wir müssen von der Rolle als Gestaltungspartei, die wir 12 Jahre hatten, in die Rolle der konsequenten Oppositionspartei umlernen, auch wenn Rudi Anschober weiter in der Landesregierung sitzt“, betont Severin Mayr und weiß: „Momentan besteht unsere Aufgabe eher darin, größere Grauslichkeiten zu verhindern.“ Schwarz-Blau im Land nimmt der Linzer als eine „nicht unbedingt freundliche“ Atmosphäre wahr: „Derzeit gibt die FPÖ bereits die Linie vor, da wedelt der Schwanz mit dem Hund, dabei wäre die ÖVP noch Landeshauptmannpartei. Davon merkt man aber nicht mehr viel. Erschreckend ist auch, wie beliebig ÖVP und SPÖ werden, wenn alte Mehrheiten einmal weg sind und sich beide schnell zur FPÖ hin orientieren. Bestes Beispiel war auch das spektakulär inszenierte Arbeitsabkommen zwischen Rot und Blau in Linz.“

„Kompetenzen-Wirrwarr“

Im Landtag verfolgt Mayr für die Grünen die Themen Verkehr, Jugend, Kultur, Sport und Medien. Eindeutig die meiste Arbeit fordert dabei das Thema Verkehr: „Die Stadt Linz und das Land Oberösterreich müssen sich stärker vernetzen. Linz täte am liebsten ohne Oberösterreich existieren und umgekehrt. Doch diese Zeiten sind vorbei. Bei über 100.000 Menschen pro Tag, die nach Linz einpendeln, muss man die Verkehrsströme gemeinsam bewältigen. Im ganzen Kompetenz-Wirrwarr, das da existiert, braucht es jeden, der dabei hilft, das auf die sachliche Ebene zurückzuholen. Ob jetzt Stadt oder Land für eine Straße zuständig ist, ob jetzt eine 60:40 oder eine 70:30-Finanzierung für eine Brücke vereinbart wird, die Leute wollen anständige Verbindungen von und nach Linz haben.“ Dabei müsse man vermehrt Alternativen zum Auto anbieten. „Ich will das Auto nicht als das personifizierte Böse an die Wand nageln, aber für die, die darauf angewiesen sind, muss man Angebote schaffen, umzusteigen.“

Viel Potenzial beim Radverkehr

Auch beim innerstädtischen Verkehr gäbe es viel Potenzial, wie der Linzer betont: „Beim Radverkehr sind wir weit hinten in Linz. Viele sagen ´freiwillig steig ich nicht aufs Rad, solange es so viele Gefahrenstellen gibt.` Da muss man nur mal an die Nibelungenbrücke denken. Fahrrad kann das schnellste Verkehrsmittel in einer Stadt sein. Aber du brauchst die Verbindungen dazu. Jede Unterbrechung bei einem Radwegnetz führt dazu, dass man wieder Radfahrer in der Stadt verliert.“


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