Arbeitslosenquote: Die Zahlen und was sie nicht verraten
LINZ. In Linz gibt es ein leichtes Plus an Arbeitslosen, dank vieler neuer Stellen bleibt die Quote jedoch relativ konstant.

Ende November waren 10.399 Personen (4.297 Frauen, 6.102 Männer) im AMS-Bezirk Linz arbeitslos gemeldet – 9.277 davon in der Stadt Linz. Die Zahl der Arbeitslosen im AMS-Bezirk Linz ist im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht gestiegen (+2,5 Prozent). Von den Zuwächsen betroffen sind jedoch nur Personen über 50, bei allen anderen Altersgruppen sinkt die Arbeitslosigkeit. Weil auch die Zahl der Beschäftigten steigt (+ 1.800 im Oktober), wird die Arbeitslosenquote im AMS-Bezirk Linz mit 7,9 Prozent wohl gleich bleiben wie im letzten Jahr. Enorm viel Bewegung gibt es am Stellenmarkt: Insgesamt rund 2.800 Stellenangebote, 1.440 Zugänge im November.
Ein Blick hinter die Statistik
Viele Arbeitsuchende finden innerhalb kurzer Zeit wieder einen Job, 48 von 100 sind kürzer als drei Monate in Vormerkung. „Das ist wie wenn ich bei einem Skilift stehe und eine große Traube an Menschen dort ist. Es sind immer andere, die sich anstellen“, vergleicht AMS-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer. Trotz großen Arbeitskräftebedarfs gibt es jedoch auch jene, die es besonders schwer haben. So suchen rund 2.000 Menschen bereits länger als ein Jahr, jeder zweite davon ist über 50 Jahre alt, viele haben keine Ausbildung oder zusätzlich noch gesundheitliche Probleme. „Es gibt eine Gruppe von Posten, die kann ich nicht besetzen“, so Straßer dennoch. Dies liegt zum einen am oft kolportierten Fachkräftemangel, zum anderen aber auch an einem Mangel an Leuten, die in bestimmten Branchen arbeiten wollen. Ein Beispiel: das Gastgewerbe – körperlich fordernd und oft mit unattraktiven Arbeitsbedingungen. „Daraus zu schließen, dass die Situation in Oberösterreich so schlecht ist, ist meines Erachtens falsch“, erklärt Straßer, denn Oberösterreich sei nach wie vor attraktiv – der Beleg: Es gibt keine Abwanderung, sondern sogar Zuzug.
OÖ nicht mehr Nummer 1
Was die Arbeitslosenquote betrifft, ist Oberösterreichauf dem dritten Platz hinter Salzburg und Voralberg. Dies liege vor allem an strukturellen Unterschieden, so Straßer. In Voralberg und Salzburg sind viele im Dienstleistungssektor beschäftigt - bei dieser wächst zur Zeit stärker als die - in Oberösterreich stark vertretene - Industrie. Dennoch: „Wir möchten wieder dorthin, dass wir das Bundesland mit der geringsten Arbeitslosenquote sind“, so Straßer.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden