Christbaum: Von Null auf Vollbrand in Minuten
LINZ. In Oberösterreich werden pro Jahr 100 Brände durch Kerzen ausgelöst. Speziell auch nach Weihnachten gilt es daher, besonders vorsichtig zu sein, erklärt die Brandverhütungsstelle (BVS) OÖ in Linz und demonstrierte, was passiert, wenn die Kerzen zu nahe an den Zweigen sind.

Besonders groß für einen Christbaumbrand ist die Gefahr um den Neujahrstag und um Dreikönig. Denn oft werden an diesen Tagen die Kerzen noch einmal angezündet. Dadurch, dass die Bäume zumeist jedoch schon recht trocken sind, erhöht sich die Brandgefahr massiv, erklärt Arthur Eisenbeiss, Direktor der BVS: „In nur zehn Sekunden kann sich der Baum in Vollbrand befinden, nur wenige Augenblicke später steht dann das ganze Zimmer in Flammen. Denn einerseits entzündet sich das trockene Reisig überaus leicht, andererseits verfügt ein Baum über genügend Brandlast, um einen Brand schnell außer Kontrolle geraten zu lassen.“
Spritzkerzen als Gefahr
Eine weitere Gefahr auf dem Christbaum sind Spritzkerzen, welche mit 1200 Grad abbrennen. Dies zeigte auch eine Demonstration in der Brandverhütungsstelle in Linz: Eine Spritzkerze setzte gleich nach dem Anzünden ein Geschenk in Brand, der Baum folgte. Drei Minuten später war vom Baum nur mehr ein Gerippe über. Doch nicht nur der Christbaum ist Brand-gefährlich.
Vorsicht bei Teelichtern
„Eine neue Gefahr sind Teelichter. Es ist nicht selten, dass die bis zu ein Meter hohe Flammen bilden“, erklärt Eisenbeiss. Oft werden diese in größeren Gruppen dekoriert. Dadurch entsteht eine massive Hitzeentwicklung, der der Untersatz nicht unbedingt standhält. Das heißt jedoch nicht, dass man auf die Stimmungslichter verzichten muss. „Aber man soll Kerzen und brennende Gegenstände wie Spritzkerzen nicht unbeaufsichtigt lassen“, sind sich Eisenbeiss und Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek einig.
Kerzen nicht umbeaufsichtigt lassen
Insgesamt muss die Feuerwehr in Oberösterreich nur mehr zu einer handvoll Christbaumbrände pro Saison ausrücken. Die Dunkelziffer ist bei weitem höher, wie der Experte sagt. „Die klassischen Fälle sind nach wie vor, dass man zum Beispiel an der Haustüre steht und sich verplaudert“, so Eisenbeiss. Er rät dazu, immer bevor man den Raum verlässt zu kontrollieren, dass sicher keine Kerze mehr brennt.
Wasser bereithalten
Zudem sollte man auf einen großen Abstand zwischen den Kerzen und auch anderen brennbaren Materialien achten. Die Kerzen sollen auf einem nicht brennbaren Untergrund stehen. Kommt es dennoch zum Brand, können kleinere Brände noch mit einer Brandschutzdecke oder einer Winterjacke erstickt werden. Auch rät Eisnbess einen Kübel mit Wasser griffbereit zu halten, wenn die Kerzen am Christbaum angezündet werden. So kann ein kleiner Brand unter Umständen noch gelöscht werden bevor er außer Kontrolle gerät. Bei größeren gilt: alarmieren, retten, löschen.


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