Puppenkistlbühne: Für Kasperl, Hexe Zwiderwurzn, Räuber Tunichtgut und Wastl fällt der Vorhang
Linz. „Kinder, seid ihr alle da“, heißt es bald nicht mehr in der Puppenkistlbühne in Urfahr. Nach acht abenteuerlichen, lustigen und vor allem geschichtenreichen Jahren verabschiedet sich das Team schweren Herzens. Warum der Schlussstrich sein muss und welche Erlebnisse der Kasperl in bester Erinnerung behalten wird, erzählten Gabriele und Franz Rosenthaler.

„Seien Sie versichert, es fällt uns sehr schwer“, sagen Gabriele und Franz Rosenthaler: „Aus gesundheitlichen und privaten Gründen ist es uns leider nicht mehr möglich, die so erfolgreichen Aufführungen weiterzuführen. Da sowohl der Kasperl, die Oma als auch der Sepperl im Hauptberuf Lehrer, Assistentin und Student sind, wurde diese „Doppel-Belastung“ zu einer echten Herausforderung. Obwohl wir während der Sommerpause immer wieder Kraft tanken konnten, war doch die Gefahr eines Burnouts von Kasperl und Co präsent.“
Laufende Fixkosten
Bevor das Spielen für die Kinder nicht mehr mit Freude und Spaß „von der Hand“ gehe, werde mit den Vorstellungen am 21. und 22. April die Notbremse gezogen und der Vorhang für die beliebten Kinderstars wird sich zumindest am Standort in der Leonfeldnerstraße für immer schließen. „Die Entscheidung, die Puppenkistlbühne zu schließen, fiel auch aufgrund der laufenden Fixkosten, die auch bezahlt werden mussten, wenn wir im Sommer fünf Monate pausiert haben. Zudem wurden wir ja auch nie von Stadt oder Land unterstützt“, legt Gabriele Rosenthaler die Tatsachen auf den Tisch. Mobil wird der Kasperl der Puppenkistl-bühne auch weiterhin unterwegs sein. „Wir haben Fixverträge im Lentia, in Wels, Vöcklabruck und Ried. Hier spielen wir auf alle Fälle noch das ganze Jahr. Dann entscheiden wir neu, wie es weitergeht“, sagt Gabriele Rosenthaler.
Acht Jahre und 40 Stücke
40 verschiedene Stücke wurden über die letzten acht Jahre entwickelt und selbst geschrieben. Besucher aus Bayern, Wien, Salzburg und Tirol und Stammgäste aus Linz erlebten viele Abenteuer. Die kleinen und großen Fans haben mit dem Kasperl „mitgefiebert“ und gemeinsam die gruselige Hexe Zwiderwurzn, die der Kasperl auch oft „Hosenpfurzn“ nannte, den Räuber Tunichtgut oder auch den Zauberer Merkmirnix ausgetrickst. Themen wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Mut, Umweltschutz, Hygiene wurden kindgerecht umgesetzt. Zudem war der Kasperl auch nie zu scheu, um nach der Vorstellung direkt und hautnah an der Hand „seines Herrlis“ Franz Rosenthaler die Gäste persönlich zu verabschieden. „Zu den schönsten Erinnerungen gehören die direkten, ehrlichen Reaktionen der Kinder. Von vielen Eltern und Großeltern erfuhren wir, dass z.B. das Zähneputzen ohne Erinnerung oder murren funktioniert, da dies der Kasperl den Kindern eindringlich erklärt hat“, blickt Gabriele Rosenthaler lächelnd zurück.


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