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LINZ. Über eine positive Zwischenbilanz freuen sich Integrationslandesrat Rudi Anschober und das AMS bei der Integration von Asylberechtigten am Arbeitsmarkt. Dennoch gibt es Verbesserungspotential und rechtliche Unsicherheiten.

Die Integration von Asylberechtigten am Arbeitsmarkt funktioniert in OÖ besser als erwartet, bstätigt man von Seiten des AMS. Foto: Weihbold

Alleine 2017 wurden laut den Daten der Grundversorgung OÖ 3.241 Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte aus der Grundversorgung entlassen. In den letzten Jahren schafften laut den Zahlen des AMS OÖ immer mehr Betroffene den Abgang in den Arbeitsmarkt, 2017 waren es bereits 1.704 Personen. Hauptgründe: ein ausgeprägter Wille zum Job, die erstmalige Deutschausbildung bereits für Asylwerbern, der Start von Qualifizierungsmaßnahmen für Nichtqualifizierte und einer engagierten Nostrifizierungsberatung für Gutqualifizierte, die starke Mithilfe von NGOs und Zivilgesellschaft, erfolgreiche Arbeitsmarktprojekte, eine gute Konjunktur in Oberösterreich.

Integration schneller als erwartet

„Es funktioniert in Oberösterreich die Arbeitsmarkt-Integration besser, als wir erwartet haben und als es die Erfahrungen bisher in Europa gezeigt haben“, resümiert Integrationslandesrat Rudi Anschober. Seine Einschätzung  wird von Iris Schmidt, stv. Landesgeschäftsführerin des AMS OÖ, bestätigt: „Der Zugang ist überschaubar, der Abgang ist erfreulich.“

Nachschulungen und Deutschkurse elementar

Rund 1.280 Asylberechtigte befinden sich derzeit in Schulung. „In Syrien ist erst seit sieben Jahren Krieg. Dort gab es davor ein gutes Schulsystem, aber in Afghanistan ist seit 40 Jahren Krieg“, erklärt Schmidt. Oft fehle es auch an Formalabschlüssen bzw. müsse nachgeschult werden. So nennt Schmidt als Beispiel den Beruf des Automechanikers: „Die müssten dann nur Oldtimer reparieren - aber da sind sie wirklich gut“, schmunzelt sie. Wissen über modernere Autos fehle des Öfteren. Auch der Besuch von Deutschkursen und das Beherrschen der Sprache sindt wichtig für die Integration. „Bei fehlenden Deutschkenntnissen hilft die ganze gute Konjunktur nichts.“

Unsicherheiten bei Deutschkursen und Lehre

Dennoch gebe es Unsicherheiten, auch bei Unternehmen, wie bei der Zukunft von Asylwerbenden in Lehre. So absolvieren derzeit über 300 Asylwerbende eine Lehre in einem Mangelberuf. Bei einem negativen Asylbescheid werden die Lehrlinge derzeit abgeschoben. So fordert Anschober das deutsche „3+2“-Modell für Lehrlinge zu übernehmen und damit zumindest Schutz für die drei Jahre Ausbildung und die ersten beiden Arbeitsjahre im Betrieb zu garantieren. Auch fordert er eine rasche Fortsetzung von Deutschkursen für Asylwerber: „Wir hätten sie in Oberösterreich budgetiert und könnten jeden Tag beginnen.“


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