Linz „exportiert“ 30.000 Arbeitskräfte
LINZ. Aktuell veröffentlichte Zahlen zeigen, dass rund zwei von drei Personen, die in Linz arbeiten, nicht in Linz leben.

Mitte September veröffentlichte die Statistik Austria die aktuelle Pendlerstatistik. Mit Stichtag 31. Oktober 2016 zählte die Statistik Austria in Summe 108.063 Erwerbseinpendler nach Linz. Gemessen an allen in Linz aktiv Erwerbstätigen liegt der Einpendleranteil nach Linz bei knapp 63 Prozent. Somit haben zwei von drei in Linz Berufstätigen ihren Hauptwohnsitz nicht in der Landeshauptstadt.
Steigende Zahl an Pendlern
Seit 1981 ist die Zahl an Einpendlern auf 108.000 gestiegen. Das bedeutet eine massive Erhöhung von 46 auf 63 Prozent. „Wir sind immer mehr vernetzt und verzahnt“, kommentiert Bürgermeister Klaus Luger die Zahlen. Fast zwei Drittel der Einpendler stammen dabei aus Linz-Land oder aus einem der Mühlviertler Bezirke: Aus dem Bezirk Linz-Land kommen rund 24.900 Pendler nach Linz. Plätze zwei und drei belegen die Bezirke Urfahr-Umgebung mit 20.600 Pendlern und Freistadt (10.600 Pendler).
30.000 Linzer pendeln aus
Jedoch pendeln auch rund 30.000 Linzer in umliegende Bezirke oder andere Bundesländer aus. Mehr als 40 Prozent pendeln nach Linz-Land, etwa 12 Prozent arbeiten im Mühlviertel sowie rund 11 Prozent in Wels oder Wels-Land. Insgesamt pendeln 79 Prozent in einen anderen oö. Bezirk aus. Etwa neun Prozent pendeln nach Wien.
Arbeitsweg unter 15 Minuten
Von der Statistik Austria wird die Distanz zwischen Arbeitsort und Wohnort sowie die dafür durchschnittlich auf Straßen benötigte Zeit näherungsweise berechnet. Regelmäßige Verzögerungen auf stauanfälligen Strecken werden dabei berücksichtigt. Die meisten aktiv erwerbstätigen Linzer wohnen in der Nähe ihres Arbeitsortes. Knapp zwei Drittel fahren maximal neun Straßenkilometer. Etwas mehr als 50 Prozent der in Linz wohnhaften Bevölkerung benötigt maximal eine Viertelstunde im Auto für ihren Arbeitsweg.
Bessere Öffis
„Eine gute Infrastruktur ist in vielerlei Belangen wesentlich für Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Dazu zählen der viel beschworene Breitbandausbau und ausreichende Bildungsangebote für den Fachkräftenachwuchs genauso wie ein gutes soziales Netz – etwa in der Kinderbetreuung – und ein effizientes Verkehrsnetz“, so Bürgermeister Klaus Luger. Er fordert schnellere Entscheidungen, was den Ausbau von Infrastruktur anbelangt und ergänzt: „Es ist die Riesenherausforderung des Öffentlichen Verkehrs schnell zu sein.“ Für die Einpendler sei besonders wichtig die Mühlkreisbahn auf Schiene zu bringen. Dann könne man auch die 2. Schienenachse in Linz angehen. Was den Süden von Linz betrifft, so fordert Luger eine Verdichtung und Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots durch eine „Süd-Bahn“ besonders dringend notwendig.


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02.10.2018 19:54
Linzpendler
Wen wundert es, dass Linzer Firmen lieber Mühlviertler einstellen als Linzer?