Positive Zahlen für Linzer Innenstadt
LINZ. Schlendert man die Linzer Landstraße entlang, so stechen einem derzeit mehrere leere Geschäftslokale und Schließungsabverkäufe ins Auge. Kein positives Bild. Betrachtet man die objektiven Zahlen, ist die Lage jedoch bei weitem nicht so tragisch, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

Die Linzer Landstraße ist die meistfrequentierte Geschäftsstraße außerhalb Wiens – das zeigt eine aktuelle Analyse der Stand + Markt Beratungs GmbH. Mit Arkade Taubenmarkt, Atrium City Center und Passage Linz weist sie zudem gleich drei integrierte Einkaufszentren auf. Hinzu kommt noch die Hauptstraße mit der Lentia City, sodass im Kernbereich von Linz insgesamt vier Shopping Malls mit knapp 33 Prozent der gesamten Verkaufsfläche zu finden sind. Linz kann so nach Graz mit 144.100 Quadratmetern die zweitgrößte innerstädtische Flächenkapazität in den Bundesländern aufweisen. Insgesamt kommt die oberösterreichische Landeshauptstadt dabei auf 81.600 Quadratmeter in der A-Lage. Dies wird nur durch die Verkaufsfläche der Wiener Mariahilfer Straße getoppt.
Hoher Flächenanteil für Ketten
Im Vergleich zu anderen Städten ist der Anteil an Filialen großer Ketten trotz der vier Einkaufszentren nur durchschnittlich. Der Filialflächenanteil ist jedoch sehr hoch, was auf filialisierte Betriebe mit sehr großer Verkaufsfläche hinweist. Im Branchenmix gab es eine leichte Verschiebung, da die C&A-Filiale in der Lentia City von Müller Drogerie übernommen wurde. Auch im Kurzfristbedarf gab es durch die Schließungen einzelner Supermärkte Einbußen. Flying Tiger Copenhagen eröffnete hingegen eine neue Dependance.
Wenig Leerstände
Die Leerstandsrate liegt bei moderaten 5,1 Prozent und liegt somit genau im Durchschnitt der erhobenen Flächen. In A-Lagen gar nur bei 2,5 Prozent. Die Top-Lagen, wie die Landstraße, weisen somit außerordentlich gute Werte auf. „Damit liegt eine gesicherte Datengrundlage vor, auf deren Basis nun weitere Schritte eingeleitet werden“, hält der Linzer Wirtschaftsreferent Vizebürgermeister Bernhard Baier fest. Leerstände sind nicht einfach gleichzusetzen mit fehlender Attraktivität, sondern sehr oft sind wirtschaftliche Überlegungen von Vermietern die Ursache, weiß man bei der WKO. Im Sinne eines aktiven Standortmanagements umfasst die sowohl die Unterstützung bei der Vermarktung freier Flächen als auch insbesondere die Kontaktpflege zu Immobilieneigentümern und potenziellen Ansiedlungsinteressenten.
Konkurrenz Online-Handel
„Fakt ist: Der stationäre Handel ist durch den stetig steigenden Online-Einkauf ganz besonders gefordert. Dafür wollen wir als Stadt Linz gemeinsam mit dem City Ring und der Wirtschaftskammer auch in Zukunft die bestmöglichen Rahmenbedingungen bieten“, so Baier. „Angesichts des wachsenden Online-Handels müssen die Betriebe auch Zusatznutzen für den Kunden bieten“, erklärt Klaus Schobesberger, Obmann der WKO Linz-Stadt. Jeder zweite Kunde informiert sich im Internet über ein Produkt, bevor er ins Geschäft geht und es dort kauft. Die Homepage ist oft der erste Kontakt zwischen Unternehmen und Interessenten.
Immer mehr Handelsbetriebe auch aus der Linzer Innenstadt nutzen daher auch Social-Media-Kanäle, stellen bereits ihr Sortiment mit Bestellmöglichkeit auf ihre Homepage und bieten Versand oder die Abholmöglichkeit im Geschäft an. So zum Beispiel das Schuhhaus Eiler mit einer virtuellen Auslage oder die Homepage des Linzer City Rings. Auch mit der Shopping-App „Dots“ wurde bereits ein Vorstoß in Richtung Digitalisierung unternommen.
Appell an Kunden
„Wir sehen aber, dass im Bereich Internethandel besonders die großen ausländischen Player am Markt ihren Marktanteil von Jahr zu Jahr erheblich steigern. Wir appellieren an die Konsumenten, bei jeder Bestellung zu überlegen, ob dies wirklich so vorteilhaft ist, schwächt doch jede dieser Bestellungen den stationären Handel“, appelliert Matthias Wied-Baumgartner, Obmann-Stellvertreter Linzer City Ring, an die Linzer Konsumenten.<


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