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Bergschlössl-Park soll Aufenthaltsbereich für Alkohol- und Suchtkranke werden

Anna Stadler, 21.03.2019 16:20

LINZ. Immer wieder sorgten Suchtkranke im Hessenpark, am Südbahnhofmarkt und nun auf den belebten OK-Platz für Ärger. Um die Konflikte im öffentlichen Raum zu minimieren, soll den Alkohol- und Suchtkrankten nun eine Ersatzfläche angeboten werden: im Bergschlössl-Park.

Der südliche Teil des Bergschlössl-Parks soll Aufenthaltsbereich für Alkohol- und Suchtkranke werden. Plan: Doris/Magistrat Linz; Markierung: Tips

In der Vergangenheit war der Hessenplatz sowie die Fläche neben dem Südbahnhofgebäude oftmals ein Brennpunkt. Rückmeldungen der Streetworker zeigen, dass sich mit Beginn der wärmeren Temperaturen ein Großteil der Szene in Richtung OK-Platz verlagert. Die derzeitige Situation sorgt auch dort für Ärger. In einem gemeinsamen Dialog zwischen Stadtregierung, Polizei, Experten und SozialarbeiterInnen ist der Vorschlag entstanden, für Alkohol- und Suchtkranke eine entsprechende Ersatzfläche zur Verfügung zu stellen. Diese wurde nun mit dem südlichen Teil des Bergschlössl-Parks gefunden.

Ziel: Konfliktvermeidung

„Die meisten legen es nicht darauf an, dass sie in der Öffentlichkeit Konflikte führen“, so Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). „Sie wollen sich aber miteinander treffen“, so Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter. Das sorgt für Probleme: „Niemand möchte in seiner unmittelbaren Umgebung von Lärm und Randalen belästigt werden. Trotzdem muss man realistisch bleiben: Suchtkranke verschwinden nicht vom einen auf den anderen Tag aus der Öffentlichkeit. Deshalb ist die Schaffung eines Treffpunktes vorerst eine akzeptable Lösung“, so Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ). „Diese Ersatzfläche ist aber kein rechtsfreier Raum“, sind sich alle Beteiligten einig.

Vorteilhafte Lage

Die nun gefundene Fläche nahe des Wissensturmes und des Hauptbahnhofs weiße zahlreiche Vorteile auf: Aufgrund der guten Lage im Park sei es unwahrscheinlich, dass sich Anrainer gestört fühlen. Für Alkoholkranke befindet sich dort eine attraktive Fläche, an der ein Aufenthalt ohne Konflikte möglich sein soll. Die bestehende Nähe zum Zentrum, ermöglicht zudem eine gute Betreuung durch den Sozialverein B37. Ebenso ist eine Infrastruktur für Nahversorgung gegeben. Für weitere Infrastruktur soll nun gesorgt werden. „Es ist auch eine Fläche, die in der Szene nicht ganz unbekannt ist“, wissen SPÖ-Vizebürgermeisterin Karin Hörzing und B37-Geschäftsführer Christian Gaiseder.

Kritik durch ÖVP

Für ÖVP-Vizebürgermeister Bernhard Baier ist die Wahl der Fläche jedoch nicht nachvollziehbar. „Dass nun genau der Bergschlösslpark als Innenstadt-Naherholungsoase zu einem Treffpunkt für Alkohol- und Drogenkranke werden soll, ist völlig unverständlich.“ Einerseits ist die Nähe zum Bahnhof und sein umliegendes Areal problematisch. Zum anderen sei die Lage uneinsichtig. Dies will Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter so jedoch nicht stehen lassen. „Im Winter ist es super einsichtig.“ Eventuelle Probleme die mit dem Frühling kommen könnten, seinen sicher mit einem Rückschnitt des Bewuchses zu Beseitigen. Dies habe auch im Hessenpark, in dem es vergleichsweiße viele Sträucher gab, gut funktioniert.

Zustimmung zum Konzept „Ausweichfläche“

Mehr Beifall bekommen die Pläne von Grünen und NEOS. „Dass nun eine Fläche gefunden worden ist, auf der sich Menschen, die an einer Alkohol- oder Suchmittelabhängigkeit leiden, aufhalten und betreut werden können, ist natürlich ein Fortschritt“, so die Grüne Sozialsprecherin Marie-Edwige Hartig. „Der nun vorgeschlagene Bergschlösselpark ist eine Möglichkeit, die es wert ist, getestet zu werden“, so Lorenz Potocnik, Fraktionsvorsitzender der NEOS. Sie kritisieren jedoch, dass ein solcher Ort nicht schon früher gesucht wurde.


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