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LINZ. Seit Wochen wird unter anderem in den Medien kolportiert, dass sich die Alkohol- und Drogenproblematik vom Hessenplatz in Richtung Südbahnhofmarkt verlagert. Tips war vor Ort und hat sich die Situation angesehen.

Das blaue Licht in den Toiletten helfe nicht, ist man sich einig. Foto: Stadler/Tips
Das blaue Licht in den Toiletten helfe nicht, ist man sich einig. Foto: Stadler/Tips

Mittwoch vormittags: Entlang der Eisenhandstraße geht ein Mann Richtung Südbahnhofmarkt. In der Hand hat er eine Dose billiges Bier, wohl nicht die erste an diesem Tag – die Poller, die den Gehsteig begrenzen, nimmt er im Slalom. Plötzlich fällt ihm die Dose aus der Hand. Er schaut verdutzt, bückt sich, hebt sie auf und torkelt weiter. Wenige Meter später biegt er zielstrebig nach links ab, zum Vorplatz des ehemaligen Südbahnhofgeländes.

„Das Blaulicht hilft nicht“

Schon seit eh und je ein beliebter Platz für ein Bierchen und nun, laut Politik und Medien, ein Alkohol- und Drogenhotspot. Das stimme zum Teil auch, erfährt man im Gespräch mit denen, die am Markt in den Kojen arbeiten. So gebe es auf den Toiletten durchaus ein Problem mit Fixern, die sich dort ihren Schuss setzen. Regelmäßig würden dort nun Spritzen gefunden. „Das Blaulicht hilft nicht“, hört man von verschiedenen Seiten. Dieses soll es schwer machen, Venen zu finden – mit Handytaschenlampen sei dieses Hindernis jedoch ganz schnell zu überwinden. Auch gab es in den vergangenen Wochen mehrere Einbrüche bzw. Akte von Vandalismus.

Kunden abgeschreckt

Morgens und abends, nachdem die meisten Geschäfte schon geschlossen haben, sei das Problem am auffälligsten. Jedoch auch untertags höre man ab und zu Betrunkene grölen und pöbeln. Manchmal würden diese auch über den Markt torkeln. Das schrecke die Kunden ab. „Ich habe auch schon die Polizei gerufen.“ Denn etlichen – vor allem älteren – Stammkunden mache dies Angst und der eine oder andere bleibt dem Markt auch schon fern. Man höre zudem ja auch Schlimmes.

Hauptsächlich Südbahnhof betroffen

Von wieder anderen Kojen hört man, dass man wenig von der Problematik mitbekomme. „Manchmal torkelt halt ein Betrunkener vorbei und grölt, aber das ist wo anders in der Stadt auch so.“ Generell sei die Problematik jedoch meist auf dem Platz direkt vor dem ehemaligen Südbahnhof beschränkt. Wobei auch der angrenzende Spielplatz schon gemieden werde.

Beim Lokalaugenschein: Alles ruhig

Am Mittwochvormittag war am Markt jedoch alles ruhig. Die Sonne schien und die Schanigärten der Cafés luden zu einem gemütlichen Brunch ein. Grölen hörte man niemanden und auch die Toiletten waren sauber.

Die Jugendredakteure Jakob Ille und Julia Hintersteiner haben sich am Linzer Südbahnhofmarkt bei den Marktbesuchern über die momentane Situation und aktuelle Probleme des Marktes erkundigt.

» Von den Leuten vom Hessenpark sieht man wenig. Ich kaufe hier immer zu den Marktzeiten ein und mache mir keine Gedanken. Der Südbahnhofmarkt soll so bleiben wie er ist.« - Hilde Dannerbauer, Linz/Urfahr

» Die Menschen werden vom Hessenpark vertrieben und suchen sich andere Plätze. Ich selbst habe noch nichts bemerkt, aber ich habe gehört, dass bereits mehrmals eingebrochen wurde. Wenn eine Gruppe von Menschen Probleme macht, sollte die Stadt härter durchgreifen.« - Hubert Eggner, Linz

» Ich bin fast nur tagsüber hier. Mit dem Angebot bin ich an und für sich zufrieden, besonders seitdem der Bierstand eröffnet hat. Mir sind keine Probleme aufgefallen.« - Thomas Essbichl, Wilhering


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