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URFAHR-UMGEBUNG. Unfälle, die durch alkoholisierte Fahrer verursacht werden, sorgen auch im Bezirk immer wieder für Schwierigkeiten. Doch gerade bei jüngeren Fahrern kommt noch ein anderes Thema dazu.

Bei den Polizeikontrollen wird ein besonderer Fokus auf Alkohol- und Drogenkonsum gelegt. Foto: Volker Weihbold

Es sind Meldungen, über die auch im Bezirk Urfahr-Umgebung regelmäßig berichtet wird: Unfälle, die durch Alkolenker verursacht werden. So verunfallte erst am vergangenen Wochenende eine 57-Jährige aus dem Bezirk, weil sie trotz eines Alkoholgehalts von 1,86 Promille mit dem Auto unterwegs war. Sie kam mit ihrem Wagen von der Straße ab und krachte frontal gegen einen Baum. Anfang Mai stürzte außerdem ein Fahrer mit seinem PKW auf der Kirchschlager Straße über eine Böschung. Bei ihm ergab sich ein Alkoholwert von 1,5 Promille.

Ältere greifen zu Alkohol, Jüngere eher zu Drogen

Die Alkoholproblematik im Straßenverkehr kennt auch Johann Thumfart. Er ist stellvertretender Leiter der Verkehrsabteilung an der Landespolizeidirektion Oberösterreich. Während er das Problem des alkoholisierten Fahrens eher der älteren Generation zuordnet, zeige die Erfahrung vor allem bei der Generation unter 35 noch einen ganz anderen Trend: demnach würden die Jüngeren nämlich eher zu Drogen greifen. Laut den Aufzeichnungen der Landesverkehrsabteilung wurden im Jahr 2019 im Bezirk bis Ende April 36 Personen mit einer Alkoholisierung von mehr als 0,8 Promille und 14 Personen mit einem Wert zwischen 0,5 und 0,8 Promille angehalten – aber gleichzeitig auch elf Personen, die durch Suchtgifte beeinträchtigt waren. Bei den Mitteln handle es sich im Ergebnis meist um eine Mischung aus verschiedenen Suchtgiften. Zum einen würden die Betroffenen am Beginn des Abends Partydrogen nehmen, um sich aufzuputschen – später würden sie zu Joints greifen, um herunterzukommen.

Die Frage nach dem Warum

Der Grund, warum Menschen trotz des Wissens um die Gefahren durch Alkohol- oder Drogenbeeinträchtigung ins Auto steigen, habe – etwa was das Thema Alkohol betrifft – laut Thumfart viel mit einer falschen Selbsteinschätzung zu tun. So würde es zunächst klein anfangen, indem man sich an die Toleranzgrenze herantrinkt. Im weiteren Schritt scheitere es dann eben an der besagten Selbsteinschätzung, wo sich der Fahrer selbst über- beziehungsweise sich selbst falsch einschätzt. Ähnlich sieht das auch Josef Eilmsteiner, Suchtberater bei der Alkoholberatung Urfahr-Umgebung: „Zum einen entwickeln Spiegeltrinker oder „trinkfeste“ Menschen eine Toleranz und fühlen sich subjektiv nicht beeinträchtigt. Zum anderen steigt die Risikobereitschaft beziehungsweise sinkt die Hemmschwelle bei zunehmendem Alkoholkonsum. So ist jemand zum Beispiel mit drei Bier bereit, sein Auto stehen zu lassen und ab dem fünften, sechsten Bier überschätzt sich die gleiche Person und fährt. Zusätzlich erschwerend kommt dazu, dass es doch recht unwahrscheinlich ist, in eine Verkehrskontrolle zu kommen und es ist vielleicht schon oft gut gegangen unbeschadet alkoholisiert heimzufahren.“


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