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LINZ. Mit einer Auslastung von fast 90 Prozent herrschte im Linzer Frauenhaus 2019 ständig Hochbetrieb. Insgesamt fanden 81 Frauen und 83 Kinder hier Schutz. Nur ein Fünftel kehrte zum Täter zurück. „Eine Zahl, die uns stolz macht und zeigt, welch wichtige Arbeit für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben hier geleistet wird“, so Geschäftsführerin Grete Rackl.

Geschäftsführerin Margarethe Rackl (l.) und Vorsitzende Dagmar Andree. Foto: Frauenhaus Linz
Geschäftsführerin Margarethe Rackl (l.) und Vorsitzende Dagmar Andree. Foto: Frauenhaus Linz

Daneben wurden außerdem knapp 1200 ambulante Beratungen geleistet. „Einmal mehr beweist sich die traurige Wahrheit, dass daheim der gefährlichste Platz für Frauen ist! Darüber muss noch viel mehr geredet werden,“ resümiert Dagmar Andree, Vorsitzende des Linzer Frauenhauses. 80 Prozent der Täter waren der aktuelle Partner, bei zehn Prozent war es der Expartner.

Die Aufenthaltsdauer betrug von wenigen Tagen bis zu einem Jahr. 36 Prozent der Frauen konnten im Anschluss in eine eigene Wohnung einziehen, 44 Prozent nutzten andere Wohnmöglichkeiten. Wenig bis kein eigenes Einkommen war bei vielen Frauen zentrales Thema, daher unterstützt das Linzer Frauenhaus die Frauen auch bei der Klärung von Unterhaltsansprüchen, den Ansprüchen auf Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe, unterstützt bei der Arbeitssuche oder hilft mit eigenen Spendengeldern aus, vor allem wenn es um Kautionen oder Ablöse für den Auszug ins neue Heim geht.

Appell an die Regierung

„Gute soziale Absicherung, ordentlich bezahlte und passende Arbeit und leistbares Wohnen sind zentrale Hebel für den Neustart einer Frau, die den mutigen Schritt aus einer Gewaltbeziehung setzt!“ betonen Andree und Rackl. Die Verschärfungen und Kürzungen im Sozialhilfegesetz und bei der Wohnbeihilfe seien Hürden, die es Frauen extrem schwer machen. Hier müsse es dringend zu Verbesserungen kommen.

Gerne gelesen hat man im Linzer Frauenhaus die Ankündigungen im Regierungsprogramm, dass Frauenberatung wieder ausgebaut, Unterhaltsansprüche erleichtert, Frauenhäuser für alle Frauen, die diesen Schutz benötigen, ermöglicht werden sollen. Daher auch ein Appell an die neue Bundesregierung aber auch an die Landesregierung: „Wir brauchen eine dringende Verbesserung der sozialen Sicherheit für gewaltbetroffene Frau. Leistbares Wohnen und Sozialleistungen, die ein selbständiges Leben ermöglichen, sind dringend notwendig – auch als Gewaltschutz!“

Das Linzer Frauenhaus ist 365 Tage im Jahr unter 0732 606700 erreichbar – für akute Krisensituationen auch rund um die Uhr.


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