Dachgleiche: Neues Lehr- und Forschungsgebäude der Linzer Meduni setzt großen Implus für ganze Stadt Linz
LINZ. Seit etwas über zwei Jahren laufen die Bauarbeiten für das Lehr- und Forschungsgebäude der Medizinischen Fakultät Linz auf Hochtouren. Auch wenn es coronabedingt keine offizielle Feier gab, Mitte Juni wurde die Dachgleiche erreicht. Damit sind die Bauarbeiten trotz Corona-Krise auf Schiene, dem Studienbeginn im Herbst 2021 steht aus heutiger Sicht nichts im Weg.

Im Mai 2018 erfolgte der Baubeginn am Gelände des Kepler Uniklinikums in der Linzer Krankenhausstraße, im Juni 2019 wurde die neue Tiefgarage mit 321 zusätzlichen PKW-Stellplätzen in Betrieb genommen. Nun wurde am westlichen Ende des Bauareals das oberste Geschoss des zehnstöckigen Verwaltungsbaus betoniert und somit die Dachgleiche erreicht.
105,40 Millionen Euro investieren das Land OÖ und die oberösterreichischen Gemeinden in das Projekt, dass von der Kepler Universitätsklinikum GmbH als Bauherrin (Leitung: Pia Goldmann) durchgeführt wird. „Das ist eine Investition um gemeinsam eine medizinische Fakultät der Zukunft aufzubauen. Der Campus ist ein Symbol für das Zusammenwirken alle Beteiligten und ein wichtiges Zeichen, ein Begegnungsraum als Schnittstelle zischen der Medizinischen Fakultät und dem Kepler Uniklinikum“, freut sich Franz Harnoncourt, Geschäftsführer der Kepler Universitätsklinikums GmbH.
Künftige Heimat für 1.800 Studierende
1.800 Studierende werden künftig im neuen Lehr- und Forschungsgebäude ausgebildet, die neuen Gebäude umfassen eine Nutzfläche von 12.500 Quadratmetern. Geplant wurde der Campus von Architekt Peter Lorenz (Lorenzateliers). Schon ersichtlich ist, wie künftig der Lehrbetrieb gestaltet wird. Auf die Studierenden warten im Erdgeschoss zwei große Hörsäle, ein großzügiges Foyer ist vorgelagert. In den zwei Obergeschossen befinden sich Seminarräume, die durch mobile Trennwände flexibel von 30, 60 oder 120 Personen genutzt werden können.
Nahversorger, Restaurant und mehr: Großer Implus für die Stadt Linz
Mit den markanten Bauten wird das Areal völlig neu gestaltet. Ein Platz in der Mitte der Gebäude wird zum öffentlichen Begegnungsraum. Zusätzliche Infrastruktur wie ein Restaurant, ein Nahversorger, ein Bäcker und eine Bank kommen nicht nur den hier Arbeitenden, Studierenden und Lehrenden, sondern auch den Anwohnern zu Gute.
Dies streicht auch Gesundheitslandesrätin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander hervor: „In einem guten Jahr werden wir hier die Eröffnung feiern dürfen. Mit dem Bau setzen wir einen städtebaulichen Implus für das Viertel und die ganze Stadt Linz. Kurze Wege und die intensive Vernetzung von Versorgung, Lehre und Forschung werden zukünftig für eine noch bessere medizinische Behandlung der Patienten sorgen. Bereits in den ersten Jahren hat sich gezeigt, wie sehr die oberösterreichische Bevölkerung von diesen Synergien profitieren kann und diesen erfolgreichen Weg wollen wir auch in Zukunft fortsetzen“, so Haberlander.
„Meilenstein“ und „Musterbeispiel“
Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner unterstreicht: „Die Errichtung des Lehr- und Forschungsgebäudes ist ein weiterer Meilenstein unserer Initiative 'Med Up - Medical Upper Austria. Außerdem ist es ein Musterbeispiel, wie etwas geht in Oberösterreich, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen.“
„Die Gebäude, die Architektur sind ein Sinnbild für die gute Zusammenarbeit, ein weiterer Meilenstein in der Zusammenarbeit der JKU und dem KUK. Linz ist geprägt von Unis in Randlage. Mit der Medizinischen Fakultät kommen wir mitten ins Zentrum“, freut sich auch JKU-Rektor Meinhard Lukas.
Vier Rottöne bestimmen Aussehen
Das fünfgeschossige Laborgebäude an der Krankenhausstraße erhält im Sommer mit einer Keramikfassade in vier Rottönen sein künftiges charakteristisches Aussehen. Die Fassade ist zugleich auch eines der „Kunst am Bau“- Projekte und wurde von der Künstlerin Melitta Moschik gestaltet. Im Inneren werden ab Herbst die Labor- und Forschungsbereiche eingerichtet. Ein Highlight wird der „Med Space“ im ersten Obergeschoß, eine über sieben Meter hohe Blackbox, in der 3D-Vorlesungen abgehalten werden können.
Der zehngeschossige, weit sichtbare Bau für Administration wurde kürzlich im Rohbau fertiggestellt, sodass nun die Innen- und Außengestaltung fortgesetzt werden kann. Beim zweigeschoßigen Bibliotheksgebäude mit Learning Center und einem Café im Erdgeschoß werden aktuell die Holzwände und -decken aufgestellt. Das Dach wird mit Bäumen und Sträuchern begrünt und eine Verbindungsbrücke zwischen Bibliothek und Kepler Universitätsklinikum sorgt für kurze Wege.
Insgesamt 33 Unternehmen sind mit den Bauarbeiten betraut.
Den Baufortschritt rund um die Uhr live mitverfolgen kann man unter https://mc1.kepleruniklinikum.at/


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