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OÖ. Tausende Tonnen Müll fallen jährlich an den 56 Asfinag-Rastplätzen und 87 Raststationen an Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen an. Alleine in Oberösterreich waren es 2019 1.300 eingesammelte Tonnen Müll. Immer mehr Müll landet allerdings nicht in den Mistkübeln, sondern direkt auf der Straße.

Auf Autobahnen gesammelter Müll (Foto: ASFINAG)
  1 / 3   Auf Autobahnen gesammelter Müll (Foto: ASFINAG)

Im mehr als 300 Kilometer langen oberösterreichischen Autobahnnetz müssen rund 120 Mitarbeiter der vier Autobahnmeistereien (Ansfelden, Wels, Seewalchen, Ried) immer wieder zum Müllsammeln eingesetzt werden. Hier wog der Müllberg im Vorjahr knapp 1.300 Tonnen. Immerhin: um 50 Tonnen weniger als 2018.

Österreichweit wurden 2019 8.773 Tonnen eingesammelt, ebenfalls ein leichter Rückgang. „Die Tonnen an Müll machen dennoch deutlich, dass Maßnahmen zur Müllreduktion dringend nötig sind“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Ein Viertel des Jahresmülls landet auf der Straße

„Im Kampf gegen Müll und Littering besteht dringender Handlungsbedarf“, so auch Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl. Die Asfinag hat daher auch die Aktion „Ich bin eine Autobahn – kein Mistkübel“ ins Leben gerufen. „Leider landet immer mehr Müll nicht in den dafür vorgesehenen Containern und Mistkübeln, sondern direkt auf der Strecke und den Rastplätzen. Rund ein Viertel des Jahresmülls muss mit großem Aufwand händisch aufgesammelt werden, ein Großteil davon sind Plastikflaschen, die leicht zu Wurfgeschossen werden und damit auch ein erhebliches Risiko für die Verkehrssicherheit darstellen“, warnt Hufnagel.

Um das Bewusstsein der Autofahrer zu erhöhen, zeigen etwa derzeit auch Überkopfwegweiser den Spruch „Ich bin eine Autobahn, kein Mistkübel“.

Helfen soll auch ein mögliches Einwegpfandsystem für Österreich. „Abfall und Müll stellen ein großes Problem für die Umwelt dar. Dabei wird nicht nur die Natur verdreckt, sondern auch Tiere und Menschen gefährdet“, so die Klimaschutzministerin. Derzeit arbeitet das Klimaschutzministerium an der Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes, die noch dieses Jahr beschlossen werden soll. Klimaschutzministerin Gewessler erarbeitet parallel mit Vertretern von Entsorgern, Getränkeherstellern und Handel an Lösungen, um das Vermüllen in der Natur zu bewältigen. Wichtig ist dies nicht nur für die Umwelt und die Natur, sondern auch zur Erreichung der EU-Ziele: Bis 2029 sollen zumindest 90 Prozent der Getränkeflaschen aus Kunststoff getrennt gesammelt und recycelt werden.

Kosten für Müllentsorgung steigen

Das Einsammeln des Mülls entlang der Autobahnen und die fachgerechte Entsorgung verursachen hohe Kosten für den Autobahnbetreiber. Ein weiterer Grund, warum die Kosten jährlich steigen: das Phänomen Mülltourismus. Hausmüll, alte Autoreifen, Bauschutt und sogar ganze Wohnungseinrichtungen wurden auf Park- und Rastplätzen illegal abgeladen. Diese müssen unter hohem finanziellen und personellem Aufwand entfernt werden. Wurden 2016 noch zehn Millionen Euro für die Entsorgung des Mülls entlang der Autobahnen aufgewendet, waren es 2019 schon 13 Millionen Euro.


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