Großer Diakonie-Adventkranz leuchtet vor dem Brucknerhaus
LINZ. Seit mehr als 170 Jahren gibt es ihn, den Adventkranz. Sein Original, der Adventkranz der Diakonie von Johann Hinrich Wichern zählt so viele Kerzen so viele Tage der Advent hat. Das sind heuer 26 Tage, vier große und 22 kleine Kerzen. Heuer nimmt der drei Meter große Diakonie-Adventkranz wieder einen besonderen Platz ein, vor dem Brucknerhaus Linz, auf der Wiese am Fuße des Linzer Donauufers. Der Kranz soll ein Zeichen für Zuversicht und Hoffnung sein – heuer mehr denn je.

Magdalena Zehetner, sie arbeitet seit Herbst 2016 im Atelier der Kunstwerkstatt des Diakoniewerks in Gallneukirchen, gestaltete zwölf Motive auf Hartschaumplatten. Diese Motive schmücken die Kerzen des Diakonie-Adventkranzes. Eine feierliche Eröffnung, wie im Vorjahr mit einer Theatervorführung im Brucknerhaus Linz vor Publikum, kann es heuer leider aus aktuellem Anlass nicht geben.
„Besonders dieses Jahr fühlen wir uns im ständigen Hoffen und Bangen. In solch einer Zeit soll der Diakonie-Adventkranz Hoffnung schenken und uns nach vorne blicken lassen. Die gemeinsame Kooperation mit dem Brucknerhaus Linz ist uns sehr wichtig – gerade heuer wollen wir diese Hoffnung auch an die Kunst und Kultur übertragen. Es war und ist für alle Kulturschaffenden eine schwierige, herausfordernde Zeit. Wir sehen die Kultur als eine tragende Säule unserer Gesellschaft, wenn sie wegbricht, dann spüren wir das – jeder Einzelne von uns, auf seine Art und Weise“, unterstreicht Josef Scharinger, Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks.
„Der Adventkranz, vor 181 Jahren von einem evangelischen Theologen und Pädagogen in Hamburg erfunden, um sozial benachteiligten Kindern die Wartezeit auf Weihnachten zu verkürzen, ist in der christlichen Welt zu einem Symbol der Hoffnung geworden. In seiner ursprünglichen Form stellt das Diakoniewerk solch einen Adventkranz alljährlich an ausgewählten öffentlichen Plätzen auf. Ich bin sehr dankbar dafür, dass zum dritten Mal in Folge dieser Adventkranz vor dem Brucknerhaus in hellem Glanz erstrahlen darf. Gerade in einer Zeit, in der aufgrund der Corona-Pandemie im Haus selbst die Musik schweigen muss, ist es wichtig, Zeichen der Hoffnung zu setzen. Ich wiederum gebe die Hoffnung nicht auf, dass noch im Dezember die Lichter des Adventkranzes draußen vor dem Brucknerhaus und Musik in seinem Inneren den Menschen Freude schenken wird“, sagt Dietmar Kerschbaum, Künstl. Vorstandsvorsitzender der LIVA (Intendant des Brucknerhauses Linz).
Zur Geschichte des Adventkranzes
Entstanden ist der erste Adventkranz 1839 im ersten Haus der Diakonie in Form eines Wagenrades in Hamburg. Die Idee hatte der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Hinrich Wichern. Er kümmerte sich um sozial benachteiligte und körperlich behinderte Kinder. Sie warteten genauso ungeduldig auf Weihnachten wie die Kinder heute. Täglich Geschichten und das Flackern einer weiteren Kerze montiert auf einem Wagenrad verkürzten die Zeit. Der Adventkranz war erfunden, einer, der mit einer Kerze für jeden Tag des Advents gleichzeitig Adventkalender war. Ab 1851 wurde der Überlieferung nach der Holzreif erstmals mit grünen Tannenreisig geschmückt. Aus dieser Tradition hat sich der heutige Adventkranz entwickelt.


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