Oberösterreich steuert auf beste Unfallbilanz zu
OÖ. Der Verkehrsrückgang im heurigen Jahr macht sich auch in der Unfallstatistik bemerkbar. Die Zahl der Verkehrstoten in Oberösterreich ist laut VCÖ um 27 Prozent gesunken. Trotzdem seien 63 Verkehrstote seit Jahresbeginn eine Mahnung, die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen.

63 Menschen kamen seit Jahresbeginn in Oberösterreich im Straßenverkehr ums Leben, um 24 weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres, berichtet der VCÖ. „Oberösterreich steuert auf die beste Unfallbilanz seit Bestehen der Unfallstatistik zu“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten verzeichnete Oberösterreich im Jahr 2014 mit 75, am höchsten war sie im Jahr 2010 mit 116 Verkehrstoten (Quelle: BMI, Statistik Austria)
Im Bezirksvergleich waren heuer im Bezirk Steyr Land die meisten Verkehrstoten zu beklagen (neun). Sowohl die Stadt Wels als auch der Bezirk Kirchdorf an der Krems können heuer das Ziel „Kein tödlicher Verkehrsunfall“ erreichen. „Der starke Verkehrsrückgang infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie macht sich in der Unfallstatistik bemerkbar und führte zu weniger Unfällen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Schweiz als Vorbild
Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten heuer deutlich gesunken. Aber trotz zweimaligen Lockdowns verfehlt Österreich heuer deutlich sein Verkehrssicherheitsziel von weniger als 312 Todesopfer. Mit 331 verzeichnet Österreich im heurigen Coronajahr um fast 80 Prozent mehr Verkehrstote als die Schweiz im gesamten Vorjahr, verdeutlicht der VCÖ. Der Schweiz sei es gelungen, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2019 um rund 43 Prozent zu reduzieren, in Österreich betrug der Rückgang lediglich 25 Prozent.
„Die Schweiz setzt vor allem beim Tempo an. Die Tempolimits sind niedriger, so gilt auf den Freilandstraßen Tempo 80 statt 100, auf Autobahnen Tempolimit 120. Auch die Toleranzgrenzen sind niedriger, gleichzeitig sind die Strafen höher“, nennt VCÖ-Experte Schwendinger einige Unterschiede. Die Städte wiederum setzen auf Verkehrsberuhigung, insbesondere auf Begegnungszonen, allein in der Hauptstadt Bern gibt es mehr als 100. In Begegnungszonen gilt maximal Tempo 20, Fußgänger haben Vorrang. Und schon seit mehreren Jahren wird Schritt für Schritt die Rad-Infrastruktur ausgebaut. Zudem wirkt sich der hohe Bahnanteil positiv auf die Verkehrssicherheit aus. In der Schweiz wurden im Vorjahr mit durchschnittlich 2.500 Kilometer um rund 1.000 Kilometer pro Einwohner mehr mit der Bahn gefahren als in Österreich.
„Wenn es uns gelingt, dass in Österreich durch den verstärkten Umstieg vom Auto auf die Bahn Schweizer Niveau erreicht wird, dann geht auch die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zurück“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.


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