„Mit Silvesterrakete in der Hand mehr Umwelt- und Tierschutz zu fordern, ist unglaubwürdig“: Bauernbund warnt vor Gefahr für Nutztiere

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(Foto: Robert Lessmann/Shutterstock.com)
Karin Seyringer Online Redaktion, 28.12.2020 14:07 Uhr

OÖ. Feuerwerke können nicht nur Hund und Katz in Angst und Panik versetzen, auch die Landwirtschaft mit ihren Nutztieren ist davon stark betroffen. Feuerwerkskörper verschmutzen Wiesen, Weiden und Acker. Kühe, Schafe, Pferde, aber auch Wildtiere können die Plastikteile mit dem Futter aufnehmen. „Mit der Silvesterrakete in der Hand mehr Umwelt- und Tierschutz zu fordern, ist unglaubwürdig“, ärgert sich OÖ Bauernbunddirektor Wolfgang Wallner.

Zwar sind aufgrund des dritten Corona-Lockdowns zu diesem Jahreswechsel keine Silvesterpartys erlaubt, das Feuerwerk gehrt aber für viele zu Silvester dazu. Der Bauernbund warnt vor den Gefahren für Mensch und Tier - von der Umweltverschmutzung bis zur erhöhten Lärmbelastung. Feuerwerkskörper können auch zu Verletzungen bei Nutztieren wie Kühen führen: „Plastikbestandteile verunreinigen Wiesen und Weiden bzw. das Futter und können Krankheiten bis hin zu Todesfällen bei Tieren auslösen“, so OÖ Bauernbunddirektor Wolfgang Wallner.

Verschmutzte Wiesen und Felder

Die Diskussion über Klima, Plastik- bzw. Müllvermeidung, Feinstaub und generell Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehe in krassem Widerspruch zur Knallerei in der Silvesternacht. „Ganz besonders betroffen sind die viehhaltenden Betriebe. Die teils messerscharfen und zentimeter-großen Teile sind auf Wiesen, Weiden und Feldern schwer zu finden. Gelangen diese in das Futter bzw. Gras oder Heu stellen sie eine echte Gefahr für Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde dar, und können zu Verletzungen, Krankheiten bis hin zu Todesfällen bei Tieren führen. Mit der Silvesterrakete in der Hand mehr Umwelt- und Tierschutz zu fordern ist unglaubwürdig. Meist fordern die gleichen Personen am 1. Jänner wieder diesen Schutz ein. Am 31.12. zu Mitternacht ist er ihnen egal“, ärgert sich Wallner.

Rund 1.000 Tonnen Müll entstünden laut Bauernbund jährlich zu Silvester. „Was in der freien Natur zurück auf den Boden fällt, bleibt auch dort liegen und kann Wild- und Nutztieren gefährlich werden, wenn sie die Rückstände der pyrotechnischen Gegenstände fressen. Außerdem verschmutzen sie die Natur“, erklärt Wallner.

Feinstaub und Schwermetalle

Der Bauernbund verweist auch auf den Feinstaub, der durch Feuerwerke in der Silvesternacht verursacht werde, die Feinstaubbelastung sei zu Silvester die höchste im ganzen Jahr.

Dem Problem Feinstaub widerspricht allerdings Ulf Busse, Branchensprecher des Pyrotechnikhandels in der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Eine neue wissenschaftliche Studie zeige, dass der Anteil des Feinstaubes hier nur sehr gering sei. Mehr Infos auf www.tips.at/n/523945

Auch würden laut Bauernbund die Böden und stehenden Gewässer durch Schwermetalle belastet, diese geben dem Feuerwerk die Farben.

Lärm auch für Nutztiere schädlich

Nicht nur für Haustiere, auch für Nutztiere sei der Lärm, verursacht durch Feuerwerke, schädlich. „Bei Tieren sorgt der anhaltende Lärm für Angstreaktionen und Panik, welche zu Verhaltensstörungen und sogar schweren Verletzungen führen können. Aber nicht nur Tiere leiden, sondern auch Menschen können durch laute Knaller Gehörschäden davontragen“, so Wallner.

Dazu würde kommen, dass der Silvesterspaß für etwa 1.000 Österreicher jährlich im Krankenhaus endet, mit Verletzungen an Augen, Ohren und Händen.

OÖ Bauernbund hat Forderungen

Der OÖ Bauernbund fordert rund um die Debatte

  • Knallerfreie Gemeinden
  • Verschmutzte landwirtschaftliche Nutzflächen müssen durch die öffentliche Hand (Gemeinden und Straßenmeistereien) gereinigt werden
  • Ersatz der Plastikteile (Raketenspitzen- und hülsen) durch verrottbare Materialien, wie etwa Maisstärke ähnlich eines Plastiksackerlverbotes
  • eine umfassende Informations-Kampagne der Gemeinden, des Landes und des Bundes zur Aufklärung der Bevölkerung über schädliche Auswirkungen von Feuerwerken und Knallkörpern
  • geeignete umsetzbare Maßnahmen zur drastischen und wirksamen zeitlichen und örtlichen Eindämmung der Silvesterfeuerwerke und der damit verbundenen Verschmutzung

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