Stelzer und Lamprecht plädieren für "Öffnung mit Hausverstand"
OÖ. Anlässlich der Bilanz von „Ein Jahr Corona in OÖ“ - Tips hat berichtet - appellieren Landeshauptmann Thomas Stelzer und Mediziner Bernd Lamprecht für eine „Öffnung mit Hausverstand“. Gesundheitsminister Rudi Anschober zeigt sich allerdings ebenfalls am Donnerstag alarmiert, angesichts der Steigerung auch bei den Spitalszahlen. Ob es zu der angekündigten Öffnung der Gastgärten Ende März kommen kann, lässt Anschober heute offen.

„Ein Großteil der Bevölkerung macht immer noch mit und ist bereit, die Maßnahmen und die Einschränkungen mitzutragen“, so Landeshauptmann Stelzer – der dafür auch dankt. Klar sei aber auch: „Wir brauchen diese Einstellung der Leute weiterhin – es geht mit Corona weiter, das sehen wir jetzt in diesen Tagen auch in Oberösterreich“, verweist er auf die steigenden positiven Fälle.
„Menschen brauchen Perspektive“
Die von der Bundesregierung am Montag angekündigte Öffnung der Gastgärten und des Jugendsports sind für Stelzer der richtige Weg. „Ich bin überzeugt, dass es weiter zu stufenweisen Öffnungsschritten kommen muss, wenn es die Gesamtsituation erlaubt, denn die Menschen brauchen nach den harten Monaten eine Perspektive.“ Solche Öffnungsschritte müssten aber mit Hausverstand, Vorsicht und Eigenverantwortung erfolgen. Begleiter dazu seien Tests, FFP2-Masken und die weiter fortschreitende Impfung.
„Sind am Scheidepunkt“
„Es ist mit politischen Anordnungen nicht getan, diese müssen auch akzeptiert und gelebt werden. Wir sind am Scheidepunkt, ob die Bevölkerung mitmacht, oder ob sich die Einstellung durchsetzt: 'Die sollen anschaffen, was sie sollen, wir handhaben das im Privaten wie wir wollen'“, so Stelzer. „Das wäre eine gefährliche Entwicklung, daher wird es die nächsten Wochen darauf ankommen, die Maßnahmen so zu setzen, dass wir ein tägliches Leben ermöglichen, natürlich begleitet von Maßnahmen und Einschränkungen, aber reguliert. Und wo sich dann nicht im Hinterzimmer Sachen abspielen, die wir nicht haben wollen.“
„Kompromiss finden“
Für Primar Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Linzer Kepler Uniklunikum ist klar: „Die Menschen sehnen sich nach Begegnungen, daher müssen wir einen guten Kompromiss finden zwischen frühzeitigen Lockerungen und allzu strengen Maßnahmen.“ Es könne aber auch nicht alles geöffnet und gleichzeitig davon ausgegangen werden, dass sich das im Spital dann schon irgendwie ausgehe, so Lamprecht – diesen Kompromiss gelte es zu finden.
„Tolerieren etwas höhere Zahlen“
Zum Höhepunkt der zweiten Covid-Welle waren im Dezember in Oberösterreich 152 Intensivbetten in den Spitälern belegt, nicht mehr weit weg von der Triage, so Lamprecht. Mit Stand 4. März sind in OÖ 21 Intensivbetten belegt.
Zwar würden Impfungen und die Immunisierung von Teilen der Bevölkerung durch eine durchgemachte Infektion Wirkung zeigen, deswegen könne man aktuell auch etwas höhere Zahlen tolerieren, eine Situation und Zahlen wie im Herbst „wollen wir aber nicht mehr sehen.“
Normalbetrieb in Spitälern noch nicht möglich
Ein Normalbetrieb in den Spitälern sei erst dann wieder ungestört möglich, wenn unter zehn Prozent der Intensivbetten durch Corona-Patienten belegt seien. In Österreich sind das etwa 200 Betten. „Vor einer Woche hatten wir etwa 250 Betten, heute sind es schon wieder über 300 in Österreich“, so Lamprecht zu den steigenden Zahlen auch in den Hospitälern.
Beim Thema medikamentöser Behandlung gebe es leider noch nicht die gewünschten Fortschritte – das sei im letzten Jahr unter den Erwartungen geblieben, „alleine an 170 verschiedenen antiviralen Medikamenten wird aber gerade geforscht, und das ist nur ein Teil davon“, so Lamprecht.
Ihn stimme aber die Impfung zuversichtlich: „Daten aus Israel oder Schottland zeigen, dass die Hospitalisierungszahlen deutlich zurückgehen, dass die Impfung schützt – vor einer eigenen schweren Erkrankungen und ja, auch gibt es jetzt Hinweise, dass auch die Übertragung durch die Impfung deutlich reduziert werden kann. Ich bin optimistisch, dass wir hier bis Ostern noch mehr Daten haben“, so der Mediziner.
Anschober: „Alarmierende Prognose“
Gesundheitsminister Rudi Anschober warnt unterdessen am Donnerstag vor Presse vor einer „Wiederholung des Herbstes“. Die Auslastung der Intensivstationen in Österreich hat sich in der vergangenen Woche um 20 Prozent gesteigert.
Laut aktuellen Daten des „Covid-Prognose-Konsortiums“ wird am 10. März mit 3.200 neuen positiven Fällen pro Tag gerechnet, bis Mitte März sei ein Anstieg bei den Intensivpatienten auf rund 420 zu rechnen. Laut Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH sei der Anstieg der täglichen Zahlen entgegen vieler Vermutungen nicht nur dem Ausbau der Covid-Tests geschuldet, es gebe einen tatsächlichen Anstieg.
Für Anschober jedenfalls zeigt „das Ruder in die falsche Richtung“. Ob mit einer solchen Situation tatsächlich eine Öffnung der Gastgärten in der Gastro Ende März möglich ist, lässt Anschober offen, wie bereits am Montag angekündigt, werde am 15. März wieder evaluiert.


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06.03.2021 16:46
Pandemie-Leid wegen Unfähigkeit der Landespolitiker
Herr Stelzer, bitte ordnen Sie sofort Abriegelungsmaßnahmen und ein Ende des allgemeinen Präsenzunterrichtes an Schulen in Bezirken mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Infizierten je 100000 Einwohner an. Tun sie endlich Ihre Pflicht! Zeigen Sie, dass sie doch noch eine Spur von Hausverstand haben! Ergreifen Sie endlich Maßnahmen, um die gefährlichen Infektions-Cluster in ganz wenigen Bezirken einzugrenzen! Wir werden die Pandemie(n) mit immer neuen Viren bzw. Varianten nicht so schnell los, wenn wir nicht auf Dauer eine Zero-COVID- oder NO-COVID-Strategie machen, wie China, Australien, Neuseeland oder die Mongolei das sehr erfolgreich gemacht haben, wo aktuell die Wirtschaft schon wieder floriert, weil dort aktuell fast keine Infektionen mehr sind, siehe https://www.openpetition.eu/at/petition/argumente/offener-brief-an-die-bundesregierung-zerocovid oder auch folgender Artikel: https://www.meinbezirk.at/linz/c-regionauten-community/laender-mit-zerocovid-strategien-sind-erfolgreicher_a4449768 Man müsste nur einzelne wenige Bezirke mit den höchsten Infektionszahlen dazu mit Reiseverboten, Flugverboten und Beherbergungsverboten viel mehr abriegeln als bisher, wogegen jedoch leider bisher fast alle Landespolitiker und die FPÖ waren bzw. noch sind. Solange das so bleibt, werden wir immer wieder neue Pandemie-Viren aus dem Ausland oder aus Bezirken mit hohen Infektionszahlen in Bezirke mit besseren infektionszahlen einschleppen. Daher glaube ich, wir werden auch 2022 noch immer mindestens 40% aller Bezirke in Österreich mit mehr als 20 Infizierten je 100000 Einwohner (in 14 Tagen) haben, was einen wirtschaftlichen Gasthaus-Betrieb daher noch länger nicht zulässt. Das wäre für Gastronomie, Wirtschaft & Arbeitsmarkt also auch noch bis Ende 2022 ein riesiges Problem und zwar so lange, bis Landespolitiker wie Stelzer, Haslauer, Peter Hacker, Doskozil und KAISER endlich draufkommen, welchen Schaden sie mit ihrem VETO gegen lokal unterschiedliche Maßnahmen mit Hilfe der Corona-Ampel anrichten. Auch die WKO-Vertreter von Gastronomie & Tourismus glauben leider mehrheitlich, dass ihnen rasche Öffnungen im Gleichtakt in ganz Österreich insgesamt helfen würden. Das stimmt jedoch sicher nicht, wie man am Beispiel der wenigen erfolgreichen No-COVID-Länder (z.B. Australien, Neuseeland, Süd-Korea, Singapur, China, Mongolei) im Vergleich zum Rest der Welt ganz klar sieht. Wenn die Landespolitiker, die FPÖ und leider auch viele Medien nicht gegen die richtigen Maßnahmen wären, wäre der Pandemie-Spuk in 4-5 Monaten nachhaltig komplett erledigt. Die Bundesregierung, der Großteil der „vernünftigen“ Experten und überwiegend auch Rendi-Wagner (SPÖ) hätten ja mit der Corona-Ampel je Bezirk richtigerweise unterschiedliche Maßnahmen gemacht (wie in den bei Corona erfolgreichsten Ländern der Welt), scheiterten jedoch am VETO von Landespolitikern, FPÖ und an den unsinnigen Landesgesetzen, welche aus meiner Sicht zur Gänze abzuschaffen und über 10 Jahre step-by-step in Bundesgesetze umzuwandeln sind. Landesgesetze und dummer Föderalismus schaden der Bevölkerung sehr, wie man leider auch bei Corona (im Vergleich mit den besten Ländern ohne die lähmenden Landesgesetze) sieht. Bis Ende 2022 werden wegen der Unfähigkeit unserer Landespolitiker, den Erfolg der No-COVID-Strategien anzuerkennen und rasch nachzumachen, vermutlich 30-50% aller Restaurants schließen müssen.