Zusätzlicher Impfstoff für OÖ: Mehr Termine ab kommender Woche

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 05.03.2021 13:16 Uhr

OÖ. Zusätzliche Impflieferungen von BioNTech/Pfizer ermöglichen dem Land OÖ kommende Woche die Verdoppelung der Erstimpfungen in Oberösterreich. Gestartet wird daher nun auch mit den 79-Jährigen. Zusätzlicher Moderna-Impfstoff ermöglicht es zudem, schneller als geplant im Behindertenbereich voranzukommen. Das Nationale Impfgremium (NIG) hat unterdessen am Freitag AstraZeneca auch für Personen über 65 Jahren zugelassen.

Mit Stand 5. März wurden 129.555 Impfungen in OÖ durchgeführt, 46,8 Prozent der Impfdosen gingen an Personen über 75 Jahren. In den Kalenderwochen 8 und 9 wurden jeweils knapp 20.000 Erstimpfungen durchgeführt. Kommende Woche wird das doppelt soviel sein, aufgrund von zusätzlichen Impfstoff-Lieferungen.

„Durch eine zusätzliche Lieferung des BioNTech/Pfizer Impfstoffes kann 9.342 Personen mehr als geplant nun ein Impfangebot gemacht werden“, teilt das Land OÖ mit. Gesamt können damit in der kommenden Woche 17.387 Termine für eine Erstimpfung für die ältere Bevölkerung vergeben werden.

Aktuell laufen die Vereinbarungen für Termine der noch ausstehenden über 80-Jährigen, mit der zusätzlichen Lieferung startet das Land nun mit der Terminvergabe für 79-Jährige, die sich für eine Impfung auf www.ooe-impf.at vorab registriert haben. Auch für weitere 6.228 Hochrisikopatienten, wie auch für deren Angehörige, gibt es in der kommenden Woche ein Angebot.

„Gerade für unsere älteren Landsleute ist es besonders wichtig, rasch einen Schutz durch eine Impfung zu bekommen. Mit dem Beginn auch 79-Jährige einladen zu können und weitere Hochrisikopatienten impfen zu können, machen wir einen weiteren großen Schritt. Wenn wir sie so rasch wie möglich schützen können, bedeutet das auch eine Entlastung des Gesundheitssystems“, unterstreicht die zuständige Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander

Schnellere Impfungen auch im Sozialbereich

Im Sozialbereich wird ebenfalls im Moment geimpft, in den ersten von insgesamt 17 durch das Sozialressort des Landes in Kooperation mit den Trägern im Behindertenbereich eingerichteten Impfzentren wurden beginnend mit 3. März die ersten Menschen mit Beeinträchtigungen geimpft, mit dem Impfstoff Moderna.

Im ersten Impfdurchgang richtet sich das Angebot vorwiegend an Personen, die eine vollbetreute Wohneinrichtung nach dem Oö. Chancengleichheitsgesetz in Anspruch nehmen, jedoch konnten auch bereits erste Kunden aus der Fähigkeitsorientierten Aktivität immunisiert werden.

Bei den Mitarbeitern der Einrichtungen liegt die Impfquote derzeit bei 45 Prozent, Anmeldungen für Impfungen sind noch möglich. „Wir appellieren an die Mitarbeiter das Impfangebot anzunehmen, leistet die Impfung doch einen fundamentalen Beitrag zum Schutz vor einer schweren Covid-19 Erkrankung“, betonen Haberlander und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Durch zusätzliche Lieferungen von Moderna-Dosen können auch hier nun mehr Menschen geimpft werden als geplant. Im zweiten Durchgang sind Personen in teilbetreuten Wohneinrichtungen, im Bereich der Mobilen Hilfe und Betreuung, der Geschützten Arbeit sowie der Beruflichen Qualifizierung eingeplant.

Zweite Runde in Altenheimen

Ebenso wird es möglich sein, Personen zu berücksichtigen, die sich im ersten Durchgang noch nicht für eine Impfung entschieden haben, nun aber doch möchten. Gleiches gilt für Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen. Entsprechende Anmeldeinformationen sind an die 135 Altenheim-Standorte in Oberösterreich versandt worden.

Ebenso ist die Anmeldung zur Impfung für Mitarbeiter aus dem Bereich der Wohnungslosenhilfe – beispielsweise in Notschlafstellen – gestartet. Die Impfungen sind für die Kalenderwochen 10 und 11 geplant.

Für Impfung registrieren

Wer eine Impfung gegen Corona erhalten möchte, muss ich vorab online registrieren, um informiert zu werden und eine „Einladung“ zu einem Termin bekommt. „Auch für jene, die sich noch nicht registriert haben und in eine der Gruppen fallen, die bereits geimpft wurden bzw. die Impfung bereits begonnen wurde, können sich noch jederzeit anmelden und erhalten bei nächster Gelegenheit eine Einladung“, betont Haberlander. Mit Stand 5. März sind 221.635 Personen angemeldet.

AstraZeneca nun auch für ältere Personen

Unterdessen hat sich das Nationale Impfgremium am Freitag für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca ohne oberes Alterslimit ausgesprochen - und somit auch für alle Personen über 65 Jahren sowie Hochrisikopersonen. Ursprünglich war der Impfstoff nur bis 64 Jahren empfohlen, da es noch zu wenige Daten zur Wirkung bei älteren Personen gegeben hat. Nun liegen neue Daten aus großen Anwendungsstudien vor. Mediziner Bernd Lamprecht, Vorstand der Klink für Lungenheilkunde am Kepler Uniklinikum betont, dass die Studiendaten auch in der Altersgruppe ab 65 Jahren eine ausgezeichnete Wirkung bestätigen.

Die neue Empfehlung helfe bei Erreichen des Ziels, die besonders gefährdete Alterstruppe so schnell wie möglich zu impfen und das Gesundheitssystem zu entlasten, so Bundeskanzler Sebastian kurz am Freitag am Rande einer Pressekonferenz. Zur raschen Umsetzung ist dazu am Freitag eine Konferenz zwischen Gesundheitsministerium und Ländern angesetzt.

Am Impflan in Oberösterreich werde die Zulassung aktuell aber wenig ändern, erläutert Landesrätin Haberlander: „Das gibt uns mehr Flexibilität im Einsatz der Impfstoffe. In Oberösterreich gingen bereits knapp 46 Prozent aller Erstimpfungen an die Personengruppe der über 75-Jährigen. Damit ist Oberösterreich im bundesweiten Vergleich im Spitzenfeld. Da Oberösterreich diesen Weg bereits eingeschlagen hat und die Vorbereitungen bzw. Umsetzungsschritte für die Impfungen weit fortgeschritten sind, bedarf es in der Planung Oberösterreichs bis Ostern keiner wesentlichen Änderungen.“

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