Drohende Schildbürgerstreiche bei neuer A7-Anschlussstelle Dornach-Auhof

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18.000 Kfz täglich verdrängen zukünftig Radfahrer und Fußgänger von dieser Unterführung. (Foto: Radlobby OÖ)
18.000 Kfz täglich verdrängen zukünftig Radfahrer und Fußgänger von dieser Unterführung. (Foto: Radlobby OÖ)
Jürgen Affenzeller Jürgen Affenzeller, Tips Redaktion, 17.06.2021 14:49 Uhr

LINZ. „Die neue A7-Autobahnanschlussstelle in Urfahr drängt Fußgänger und Radfahrende auf steile und lange Umwege“, schlagen „Verkehrswende Jetzt!“ und „Radlobby OÖ“ am Donnerstag in einer gemeinsamen Aussendung Alarm.

„Ernst gemeinter Klimaschutz und der Bau neuer hochrangiger Straßen sind bei steigenden CO2-Emissionen im Verkehrsbereich nicht zu vereinbaren. Dadurch wird die Klimakrise nur noch verschärft. Wenn dann auch noch Fußgänger und Fußgänger und der Radverkehr aus Kostengründen verdrängt wird, ist das doppelt bitter und völlig inakzeptabel“ sagt Gerald Oberansmayr, von der Initiative „Verkehrswende Jetzt!“.

Linz ist seit Jahrzehnten Stau-Hotspot. Statt nachhaltigen Lösungen zur alternativen Fortbewegung wird laufend neue Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr geschaffen. Die Investitionen belaufen sich auf Milliarden, während FußgängerInnen- und Radverkehr halbherzig bis gar nicht berücksichtigt werden.

„Verkehrsfluss für KFZ optimiert“

Jüngstes Beispiel ist die A7-Anschlussstelle in Dornach-Auhof am nördlichen Linzer Stadtrand. Der Verkehrsfluss für KFZ wird optimiert und Fußgänger und Radfahrer auf steile Routen inklusive massiver Umwege gedrängt.

Außerdem soll die A7-Unterführung „Koglerweg“ auf Autobahnstandard ausgebaut. „Die Schrammborde sind 60 Zentimeter schmal geplant. Eine Benützung mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rädern ist da unmöglich. Selbst für einzelne Fußgänger und Fußgänger ist das nicht ungefährlich. Radfahrende müssten sich im Mischverkehr bewegen, der täglich aus prognostizierten 18.000 Kfz bestehen wird. Das widerspricht jeglichen Empfehlungen für den Radverkehr (RVS). Trotzdem sprechen ASFINAG, Land OÖ und Stadt Linz weiterhin von einer für zu Fuß Gehende und Radverkehr benützbaren Unterführung. Das ist zynisch und völlig fehlgeleitete Verkehrspolitik„, sagt Gerhard Fischer, Vorsitzender der Radlobby OÖ.

Geh- und Radwegröhre gefordert

Die Radlobby OÖ fordert daher gemeinsam mit betroffenen Anrainern den Neubau einer Geh- und Radwegröhre. Unterstützung bekommen sie dabei von den Initiativen „Verkehrswende Jetzt!“, der Klima-Allianz OÖ und Partnerorganisationen.

Ziel ist, dass der Geh- und Radweg bis zur Johannes-Kepler-Universität weitergeführt und eine Machbarkeitsstudie zur Radhauptroute Linz – Gallneukirchen erstellt wird, inklusive eines Umsetzungs- und Finanzierungsplans. Denn ernstgemeinte Klimapolitik geht nur über die Verkehrswende. Dazu muss den sanften Mobilitätsformen genügend Platz eingeräumt werden.

„Komfort ist der Schlüssel zur Lenkung von Verkehrsströmen. Wenn es immer noch so viel einfacher ist, in mein Auto zu steigen, als mich auf’s Rad zu setzen, wird die Entscheidung viel öfter für das Kfz ausfallen. Wenn Radfahren oder zu Fuß gehen abenteuerlich bis gefährlich wird, wird es nie eine Veränderung geben und wir steuern weiter mit voller Kraft in die Klimakrise“, sagt Fischer.

Resolution im Linzer Gemeinderat

Seit 2018 laufen die Bemühungen der Radlobby OÖ bei den Projektbetreibern um eine fußgänger- und radverkehrsfreundliche Lösung mit baulich getrennter Infrastruktur. Der Linzer Gemeinderat hat endlich vor wenigen Wochen eine einstimmige Resolution an ASFINAG und Land OÖ verabschiedet.

Doch ein gemeinsamer Lokalaugenschein der 3 Projektbetreiber fand leider unter Ausschluss von Radfahrenden und Fußgängern statt. Lösungen, wie die steilen Wege entschärft und Umwege geringgehalten werden, gab es nicht.

 

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