Dem Land gehen die Impfwilligen aus: Impf-Pop-Ups ohne Termine kommen

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V. l. Impfkoordinator Gerhard Durstberger, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander, Primar Bernd Lamprecht (Foto: Land OÖ/Ehrengruber)
V. l. Impfkoordinator Gerhard Durstberger, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander, Primar Bernd Lamprecht (Foto: Land OÖ/Ehrengruber)
Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 02.07.2021 13:24 Uhr

OÖ. Die Impfbereitschaft unter den Oberösterreichern stagniert, mittlerweile gibt es mehr Angebot als Nachfrage. Beim Land OÖ setzt man daher auf neue Ideen und Konzepte, um jene zu informieren und ihnen eine bequeme Impfmöglichkeit zu bieten, die bislang noch nicht erreicht werden konnten. So wird es künftig unter anderem auch Impfmöglichkeiten in Einkaufszentren geben. Auch wird der Termin für die Zweitimpfung nun frei wählbar sein. Am Freitag wurden Details präsentiert.

Lange standen Impfwillige auf Wartelisten, jetzt hat sich die Situation geändert, genügend Impfstoff ist vorhanden, es gibt genügend freie Termine, die Impfbereitschaft stagniert, wie in anderen Bundesländern auch in Oberösterreich. „Wir haben uns auf diese Situation mit mehreren Maßnahmen vorbereitet“, so LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP). „Um das Angebot noch näher an die Menschen zu bringen, werden wir unkompliziert und ohne Termine an ausgewählten öffentlichen Standorten impfen.“

Wichtig sei es, nun „in Breite und Vielfalt zu denken, damit wir zu den Menschen kommen. Wir müssen jetzt einfach vieles ausprobieren und sehen, wie die Angebote angenommen werden. Mit jedem einzelnen mehr, der dadurch geimpft wird, lohnt sich der Einsatz“, so Haberlander.

Impf-Pop-Ups und Mobile Impfteams

Solche öffentlichen Standorte sind etwa Einkaufszentren, Orte, an denen sich vor allem junge Menschen treffen. Gestartet wird hier in der kommenden Woche, als erstes Center im Passage Linz. Dort wird mit Johnson&Johnson geimpft, nur eine Impfung ist daher notwendig. Eine Anmeldung braucht es nicht. Gespräche würde auch mit der PlusCity laufen, ein weiterer Ausbau der Pop-Up-Impfstellen ist in Planung.

Forciert werden sollen auch regionale Impf-Pop-Ups in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, wie etwa schon in der Gemeinde Neumarkt im Mühlkreis. Gemeinden stellen die Infrastruktur zur Verfügung, das Land liefert den Impfstoff.

Auch wird ein Modell für mobile Impfteams konzipiert, derzeit läuft die Abstimmung mit dem Roten Kreuz, wo diese am besten und medizinisch empfohlen zum Einsatz kommen sollen. „Wir wollen generell die Zivilgesellschaft mehr einbinden, Vorschläge von Organisationen, Vereinen, Gemeinden einholen“, so Haberlander.

Lehrlingsimpfungen

In Abstimmung mit der Wirtschaftskammer OÖ soll es Impfaktionen für Lehrlinge geben, im Landesdienst ist in den Kalenderwochen 28 und 29 eine Impfaktion für Lehrlinge und Ferialpraktikanten geplant, auch mit landesnahen Unternehmen wird abgestimmt, weitere Unternehmen sollen bei Wunsch unterstützt werden.

Termin für Zweitimpfung frei wählbar

Demnächst wird auch das System bei der Terminvergabe für die Zweitimpfungen geändert. Bekommen Impfwillige bislang beim ersten Stich gleich den zweiten, fixen Termin mitgegeben, wird dieser künftig (ab KW 27/28) selbst und flexibel gewählt – im Rahmen der Empfehlungen des Impfintervalls des jeweiligen Impfstoffes. Die Termine sind direkt bei der Buchung ersichtlich. So will man dem entgegenwirken, dass sich Personen die Zweitimpfung nicht mehr holen.

„Wir haben täglich rund 200 bis 400 Anfragen auf Termin-Verschiebung bei der Zeitimpfung“, argumentiert Impfkoordinator Gerhard Durstberger die Änderung. Ohnehin hätte das System umgestellt werden müssen, da im Herbst wieder neue Teilimpfungen nötig sein.

Auch wurde eine neue, regional und bis auf die Gemeinden heruntergebrochene Kampagne wurde gestartet, die sich speziell an Jugendliche und in Abstimmung mit der Integrationsstelle an Migranten wendet.

Impfung in Oberösterreich: Aktueller Stand

Mit Stand 1. Juli sind in Oberösterreich rund 736.000 Personen zumindest einmal geimpft, mehr als 513.000 auch bereits zweimal. Das entspricht 56 Prozent aller über 12-Jährigen in OÖ. Rechnet man die bereits gebuchten Termine bis zum 24. Juli ein, kommt OÖ auf eine Impfquote von 60 Prozent.

83.000 freie Termine gibt es aktuell bis zum 24. Juli.

Aufholbedarf gibt es bei den unter 55-Jährigen, bei den über 55-Jährigen liegt die Impfquote bei rund 85 Prozent.

Im Bezirksvergleich ist der Bezirk Urfahr-Umgebung Spitzenreiter mit einer Erstimpfquote von 64,09 Prozent, Schlusslicht sind Wels mit 48,97 Prozent und der Bezirk Braunau mit 49,25 Prozent.

Delta kommt auch in OÖ an

Primar Bernd Lamprecht (Kepler Uniklinikum) erweist darauf, dass im Sommer auch in OÖ die Delta-Variante vorherrschen und sich gegen die Alpha-Variante (britische Mutation) durchsetzen werde. Aber auch bei der Delta-Variante würden Studien zeigen, dass die Impfung verlässlich gegen einen schweren Verlauf schütze. Beide Teilimpfungen seien aber nötig. Laut Studien zeige die Impfung auch den Vorteil, dass sie nicht nur einen selbst vor schweren Erkrankungen schütze, sondern auch die Übertragung um gut 75 Prozent reduziert werde. „Man trägt also auch zum Schutz von anderen bei, leistet einen Beitrag für die Gesellschaft“, so Lamprecht.

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Kommentare

  1. P.
    P.02.07.2021 14:56 Uhr

    Schlechte koordination - Ich bin 55 Jahre. Habe mich Ende Jänner online für die Impfung eingetragen und einen Termin Anfang Juli bekommen. Alleine in unserer kleinen Siedlung sind schon viele geimpft die Sich erst kürzlich angemeldet haben. Frechheit. Werde mich erst impfen lassen wenn die Maskenpflicht für geimpfte fällt. So wie ich denken sehr viele



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