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LINZ. An der Linzer Donaulände sollen bis 2023 ein neues Stadion, XXX-Lutz-Möbellager, Gastronomie und weitere Gewerbeflächen errichtet werden. Die Gesamtkosten: rund 30 Millionen Euro. Das ruft Kritik hervor, war doch in einer ersten Schätzung des Landes OÖ von neun Millionen Euro die Rede. 

Der Bau des Projekts Donauparkstadion soll rund 30 Millionen Euro kosten – zu viel, wie Kritiker finden. (Foto: Atelier Mauch)

Der Grundstein für das Donauparkstadion wurde bereits im Jänner im Finanzausschuss gelegt. Kurz danach wurde das Bauvorhaben mehrstimmig im Linzer Gemeinderat angenommen, wobei sich die Grünen der Stimme enthielten und die Neos dagegen stimmten. Konkret soll das Bauwerk ein Stadion für 5.000 Besuchende, unterhalb ein Möbellager von XXXLutz sowie weitere Gewerbeflächen beinhalten.

Baubeginn Anfang 2022

Der Baubeginn ist im ersten Quartal 2022 geplant. Vorbereitungsarbeiten wie der Abbruch des Bestands sollen bereits im Herbst 2021 durchgeführt werden. Beauftragt wurde die Wiener Niederlassung des Grazer Unternehmens Granit GmbH. „Die Errichtung des neuen Donauparkstadions bleibt im Zeitplan. Mit dem Sieger der Ausschreibung haben wir ein Unternehmen gewonnen, das durch die Mitwirkung an der Errichtung der Bypasse der Autobahnbrücke die künftige Baustelle bereits bestens kennt“, sagt Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). Die Firma Granit GmbH habe einen guten Preis bieten können.

Das neue Stadion soll im Sommer 2023 fertiggestellt und ab der Spielsaison 2023/24 sowohl vom Fußballverein FC Blau-Weiß als auch vom Linzer Frauenfußball genutzt werden. Die Gesamtkosten für das Bauwerk liegen bei 29,85 Millionen Euro.

Kostenaufteilung geschätzt

Die Aufteilung der Kosten auf die Nutzungsbereiche muss geschätzt werden, da das Gesamtbauwerk nur „in einem Guss“ umgesetzt werden kann und sowohl Bauteile wie Fundierung oder Wände als auch die meisten technischen Anlagen wie Heizung oder Elektroversorgung gemeinsam genutzt werden. Auf dieser Basis sind circa 55 Prozent dem Stadion und rund 45 Prozent den sonstigen Nutzungen – wie dem Lager von XXXLutz – zuzuordnen. Die Kredite, die dafür aufgenommen werden müssen, entsprechen laut Markus Eidenberger, Geschäftsführer der Immobilien Linz GmbH und der Donauparkstadion Linz Errichtungs- und Verwaltungs GmbH & Co KG, ungefähr den erwarteten Einnahmen aus der Vermietung der Gewerbeflächen.

„Uns ist wichtig, dass neben dem Zeitplan auch der beschlossene Budgetrahmen für dieses Infrastrukturprojekt eingehalten wird. Dank vorausschauender Planung und harter Verhandlungen liegt die Auftragssumme unter Berücksichtigung des Baukostenindex deutlich innerhalb des vom Gemeinderat beschlossenen Kostenrahmens“, meint Sicherheits-Stadtrat Michael Raml (FPÖ) in Vertretung von Infrastruktur-Referent und Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ).

Kritik: Stadion hätte neun Millionen Euro kosten sollen

Heftige Kritik kommt von Gemeinderat Lorenz Potocnik (ehemals Neos, aktuell Linzplus): „Fakt ist, dass ausgemacht und beschlossen wurde, ein Stadion um neun Mil­lio­nen Euro zu bauen. Ich bin überzeugt davon, dass uns dieses Stadion noch Jahre, eher Jahrzehnte beschäftigen wird. In ein paar Jahren wird regelmäßig um Zuschüsse gekämpft werden müssen.“ Diese Summe basiert auf einer ersten Schätzung des Landes OÖ, die jedoch vorgenommen wurde, ohne dass das konkrete Projekt vorlag.

Die Stadt hätte sich gar nicht erst auf die Aussage des Landes verlassen dürfen, betont jedoch Potocnik im Gespräch mit Tips. Gespräche mit Experten wie Architekten hätten schnell ergeben, dass dieser Betrag unrealistisch sei. Das mit Linz vergleichbare Stadion in St. Pölten habe ungefähr 25 bis 28 Millionen Euro gekostet.

Potocnik geht noch weiter. Er spricht von einem „politischen Versagen“, „Machtmissbrauch des Bürgermeisters“ und davon, dass Luger persönlich Fan des Fußballvereins FC Blau-Weiß Linz sei, weshalb er den Bau des Stadions ermögliche.

Diese Vorwürfe weist Luger gegenüber Tips scharf von sich. „Der Neubau des Donauparkstadions hat nichts damit zu tun, dass ich Blau-Weiß-Fan bin. Das LASK-Stadion habe ich genauso ermöglicht“, so der Bürgermeister. Der Bau des Donauparkstadions schaffe Arbeitsplätze. Der Kritik, dass das Geld in anderen Bereichen besser aufgehoben wäre, entgegnet er, dass unterschiedliche Bedürfnisse nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. Linz habe beispielsweise genauso eine gute medizinische Versorgung, Kinderbetreuungs- und Kultureinrichtungen. Beim Bau des Musiktheaters habe es eine ähnliche Diskussion gegeben.


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