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Rund 2.000 Teilnehmer bei Großkundgebung zur Kinderbildung und -betreuung in Linz

Nora Heindl, 29.03.2022 15:34

LINZ. Unter dem Motto „Wir lassen nicht locker - #unszreißts!“ protestierten heute rund 2.000 Beschäftigte der Elementarpädagogik vor dem Linzer Landhaus, um ihren Unmut über die unzumutbaren Arbeitsbedingungen in diesem Bereich kundzutun. Seit Monaten würden sie und die Gewerkschaften GPA und younion von der Landespolitik ignoriert werden.

 (Foto: Tips)
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„Wo bleibt der Termin für den Runden Tisch, den uns Christine Haberlander vor über zwei Monaten zugesagt hat? Ich weiß nicht, wie deutlich wir noch werden müssen, dass der Hut brennt und die Beschäftigten auf dem Zahnfleisch gehen“, ist GPA OÖ-Geschäftsführer Wolfgang Gerstmayer erbost über die Verzögerungstaktik seitens des Landes OÖ, endlich die Forderungen der Beschäftigten aufzugreifen und schnellstens Verbesserungen herbei zu führen.

Gewerkschaften, Betriebsräte und Beschäftigte zeigten heute auf der Kundgebung, dass sie hartnäckig sind und gegebenenfalls weitere Schritte setzen werden. Bereits seit letzten Sommer warten sie auf einen Verhandlungstermin mit Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander, der sie im Jänner dieses Jahres auch eine Petition mit über 6.000 Unterschriften übergeben hatten. Die höchst prekäre Lage der Beschäftigten lasse keinen weiteren Aufschub mehr zu. Trotz zweier Protestaktionen von Betriebsräten in den letzten Wochen, würden die Verantwortlichen beim Land OÖ die Forderungen der Arbeitnehmer ignorieren.

„Die Kollegen in der Kinderbildung und -betreuung tragen sehr hohe Verantwortung und arbeiten unter schwierigsten Bedingungen. Es braucht dringend eine angemessene Bezahlung und mehr Personal. Der immer öfter überhandnehmende Notbetrieb ist eine Katastrophe für die Beschäftigten. Die hohen Belastungen sind so einfach nicht mehr verkraftbar“, ist ÖGB-Landessekretär Stefan Guggenberger überzeugt davon, dass das System nicht mehr lange aufrechterhalten werden kann.

Eine faire Entlohnung würde auch den Beruf wieder attraktiver machen, denn es sei mittlerweile sehr schwierig, Mitarbeiter zu finden. „Wir brauchen dringend eine Ausbildungsoffensive, damit wir die offenen Stellen endlich besetzen können. Für ein attraktives Ausbildungsangebot braucht es aber besonders für WiedereinsteigerInnen eine finanzielle Sicherheit mit angemessenen Gehältern,“ ist Christian Jedinger, Vorsitzender der younion OÖ überzeugt.

SPÖ zeigt sich solidarisch

Auch der gf. Landesparteivorsitzende und Bildungssprecher Michael Lindner war bei der Demonstration anwesend. „Als SPÖ Oberösterreich unterstützen wir die Forderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, zeigt sich Lindner solidarisch mit den Pädagogen. „Frau Haberlander, Sie müssen endlich auf Ihre Mitarbeiter hören und handeln. Ansonsten droht im Bereich der Kinderbildung eine ähnlich dramatische Situation wie in der Pflege. Überlastete Mitarbeiter sind hausgemacht – und müssen nicht sein“, spricht der gf. Landesparteivorsitzende die Parallelen zum Pflegebereich an. Auch hier ging das Personal auf die Straßen und machte auf die prekäre Situation aufmerksam.

Die SPÖ Oberösterreich fordert daher LH-Stv. Christine Haberlander zum Handeln auf. Es brauche kleinere Gruppen, mehr Personal und eine faire Bezahlung der Mitarbeiter. „Die Pädagoginnen und Pädagogen geben täglich alles, um unseren Kindern die bestmögliche Betreuung und Bildung zu gewähren. ÖVP und FPÖ müssen endlich ihren Teil dazu beitragen, dies zu ermöglichen, anstatt wie bisher den Kopf in den Sand zu stecken“, erinnert Lindner an die bereits im Jänner abgegebene Petition mit rund 6.000 Unterschriften.

Podiumsdiskussion zu Elementarbildung

Gruppengröße, Ausbildung, Ausfälle wegen Überlastung – es gäbe viele Themen, die Pädagogen momentan an den Rand der Verzweiflung bringen. Ebenso viele Probleme gäbe es für Eltern – unzureichende Öffnungszeiten, fehlende Flexibilität, zu wenige Plätze für Kinder unter 3 Jahren. NEOS haben bereits im Wahlkampf auf die Defizite im Bereich der Kinderbetreuung in OÖ aufmerksam gemacht. Aus aktuellem Anlass gibt es im Zuge der Elementarbildungs-Tour von NR Abg. Martina Künsberg Sarre am Dienstag, 29. März, um 18.30 Uhr eine Podiumsdiskussion in Linz, wo eine junge Mutter und ein Elementarpädagoge ihre Eindrücke in die Diskussion mit NR Abg. Martina Künsberg Sarre und LAbg. Julia Bammer einbringen werden.

Die Podiumsdiskussion „Not/Lösung Kinderbetreuung? Von Nöten zu Lösungen für Oberösterreichs Elementarbildung“ kann per Livestream auf der Neos OÖ-Facebookseite mitverfolgt werden. Zudem können Fragen gestellt und interaktiv an der Diskussion teilgenommen werden.


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