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Bauprojekt in Linz-Wegscheid: "Jeder fünfte Bewohner wird in diesem Stadtteil ein Bewohner mit Beeinträchtigung sein"

Anna Stadler, 27.04.2022 17:42

LINZ. In Linz-Wegscheid entstehen derzeit 200 Wohnungen, darunter 50 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung. Damit ist das Projekt das größte Inklusionsprojekt 2022 in Oberösterreich.

Elke Fischhuber und Christina Kapl (Interessenvertretung Lebenshilfe OÖ), LR Wolfgang Hattmannsdorfer, LH Thomas Stelzer, Mag.a Martina Gebetsroither (Lebenshilfe OÖ), LH-Stv. Manfred Haimbuchner (Foto: Land OÖ/Peter Mayr)

Rund 400 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung wurden von 2017 bis 2021 geschaffen, bis 2027 kommen durchschnittlich 100 weitere pro Jahr hinzu. Das sind 600 zusätzliche Wohnplätze bis 2027. Das größte Projekt ist 2022 ein Neubau in Linz-Wegscheid. Dort entstehen alleine 50 Wohnplätze, eingebettet in einen neuen Stadtteil mit über 200 Wohneinheiten. Fertigstellung ist 2023. „Jeder fünfte Bewohner wird in diesem Stadtteil ein Bewohner mit Beeinträchtigung sein“, so Martina Gebetsroither, Leitung Infrastruktur der Lebenshilfe OÖ.

15 vollbetreute Plätze

Im Bauprojekt sind insgesamt 18 Wohnplätze für Menschen mit einer intellektuellen und/oder körperlichen Beeinträchtigung vorgesehen. Diese werden durch die Lebenshilfe Oberösterreich betreut. Ein vielfältiges Team aus etwa 20 Mitarbeiter begleitet und unterstützt die Bewohner. Konkret sind 15 Plätze als vollbetreute, barrierefreie Wohnplätze vorgesehen. „Man kann sich das Leben etwa wie in einer WG vorstellen“, beschreibt Gebetsroither den Alltag. Von Montag bis Freitag geht’s kurz vor 8 Uhr in die Arbeit, am späten Nachmittag ab 16 Uhr füllt sich das Wohnhaus wieder mit Leben und es stehen Alltagssachen wie Putzen, Einkaufen und Kochen auf der Tagesordnung, aber auch Freizeitaktivitäten wie gemeinsame Spaziergänge oder Freunde treffen.

Zusätzlich wird ein Kurzzeitwohnplatz bereitgestellt, um Angehörige im Linzer Raum zu entlasten.

Trainings-Wohnungen

Zwei Wohnungen werden auch erstmals als Trainingswohneinheiten genutzt. Menschen mit Beeinträchtigungen lernen darin, die Wohn-, Alltags- und Freizeitgestaltung selbstständig in die Hand zu nehmen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich freiwillig dafür entscheiden und aktiv mitarbeiten möchten und können. Die Bewohner unterschreiben einen auf maximal fünf Jahre befristeten Bewohnervertrag. Die Begleitungsintensität wird zu Beginn an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst: Nach einer Anfangsphase wird sie reduziert. Geht es dann darum, eine eigene Wohnung zu finden und umzuziehen, wird die Unterstützung dafür wieder verstärkt.

Gutes Zusammenleben

Das Land Oberösterreich forciert bei diesem Projekt die „Integrative Beschäftigung“ von Menschen mit Beeinträchtigungen. In diesem Rahmen sollen die Menschen mit Beeinträchtigungen eine Beschäftigung im unmittelbaren Umfeld des Wohnraums finden. „Die Leute, die hier Leben sollen auch hier arbeiten.“ Mögliche Jobs im neuen Stadtteil können die Gartenpflege, Hausverwaltertätigkeiten oder die Mitarbeit bei einem Nahversorger sein. Ein gut funktionierendes Zusammenleben soll damit sichergestellt werden: „Das ist nicht nur uns wichtig, das ist allen wichtig“, sind sich Elke Fischhuber und Christina Kapl, Interessenvertretung der Lebenshilfe OÖ, einig.


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