Neuer Name für Platz soll Wiesenthal ehren
LINZ.Das Linzer Stadtmuseum Nordico könnte schon bald eine neue Adresse bekommen: Simon-Wiesenthal-Platz 1. Damit sollen der Architekt, Publizist und Schriftsteller und sein Wirken in Linz geehrt werden.

Ist das Nordico Stadtmuseum derzeit in der Dametzstraße 23, könnte die Adresse bald Simon-Wiesenthal-Platz 1 lauten. Das Museum zieht jedoch nicht etwa um, sondern der Platz davor soll umbenannt werden. Den Anstoß gab dieses Mal Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich in Wien. Sie hatte im Herbst 2020 die Eröffnung der Ausstellung „Verfolgen und Aufklären“ in der Kunstuni Linz genutzt, um die Ehrung Wiesenthals zu fordern. In Folge beauftragte Luger eine Prüfung durch das Stadtarchiv. Diese ist nun abgeschlossen, das Ergebnis: ein von Stadtarchiv-Direktor Walter Schuster formulierter und von Bürgermeister Klaus Luger eingebrachter Antrag im Stadtsenat.
Wiesenthals Geschichte in Linz
Die Ehrung Wiesenthals in Linz hat einen guten Grund: Unter dem Namen „Jüdische Historische Dokumentation“ hat Simon Wiesenthal im Jahr 1947 sein erstes Dokumentationszentrum in Linz gegründet. Seine Recherchen führten zur Festnahme vieler Nationalsozialisten. Auch die Nachforschungen, die letztendlich zur Ergreifung von Adolf Eichmann in Argentinien geführt hatten, haben in der oberösterreichischen Landeshauptstadt ihren Ursprung gehabt.
Auch der Platz ist nicht zufällig gewählt: Keine 100 Meter entfernt befindet sich die Linzer Synagoge. Auch die Wirkstätten Wiesenthals in Linz sind nicht weit entfernt: Das „Jüdische Zentralkomitee für die US-Zone in Österreich“, das er von Linz aus leitete, war in der Landstraße 15 angesiedelt – nur rund 200 Meter weg –, das Zentrum „Jüdische Historische Dokumentation“ lag ebenfalls in der Innenstadt, in der Goethestraße.
„In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat die Stadt Linz viel getan, um die schrecklichen Geschehnisse des NS-Regimes aufzuarbeiten. Dass mit Simon Wiesenthal nun einer der wichtigsten Akteure bei der Ausforschung von nationalsozialistischen Kriegsverbrechern mit der Benennung des Nordico-Platzes geehrt werden soll, ist ein erfreuliches Zeichen“, begrüßt der Grüne Klubobmann Helge Langer die Umbenennung.
Härtetest für Begrünung
Da die steigenden Temperaturen dem Stadtmuseum in den vergangenen Jahren stark zu schaffen gemacht haben, wurde im vergangenen Herbst am Vorplatz der Pflasterbelag aufgebrochen und neue Pflanzenbeete gesetzt. Amberbäume, Schirmplatanen und Lederhülsenbäume ergänzen nun die bereits vorhandenen Bäume. Die Kronen der Schirmplatanen dienen als natürliche Schattenspender und sorgen so für die dringend notwendige Kühlung des Vorplatzes. Die neue Bepflanzung soll außerdem für eine Erhöhung der Artenvielfalt und damit für einen wertvollen Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten und Vögel sorgen. Nachdem die Bepflanzung das Frühjahr lang Zeit hatte anzuwachsen, folgt nun mit den steigenden Temperaturen der Härtetest.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden