Tag der Ehrenamtlichkeit (5. Dezember): „Menschen, denen es so gut geht wie mir, sollen auch etwas zurückgeben“

Nora  Heindl Tips Redaktion Nora Heindl, 04.12.2022 12:05 Uhr

LINZ. Am 5. Dezember ist Tag der Ehrenamtlichkeit. Möglichkeiten sich freiwillig zu engagieren, gibt es viele. Andreas Nutz aus Linz etwa ist als Erwachsenenvertreter beim Verein VertretungsNetz tätig.

Der 47-Jährige ist seit 2008 „und heute noch mindestens mit derselben Freude wie damals“ dabei. Nutz, der hauptberuflich als Projektmanager im Bereich Digitalisierung beim Tourismusverband Linz arbeitet, liegt eine gewisse soziale Ader im Blut und „nachdem ich niemals beruflich in diesem Feld tätig war, kann ich zumindest in meiner Freizeit ehrenamtlich etwas tun. Ich denke auch, dass Menschen, denen es so gut geht wie mir und die immer wieder auf der Sonnenseite stehen, auch etwas zurückgeben sollen“, betont der Linzer.

Zu seinen Aufgaben zählt ein monatlicher Besuch seiner Klienten, um das aktuelle Befinden und Bedürfnisse zu besprechen. „Es geht meist um grundsätzliche Dinge wie Geld für den allgemeinen Lebensbedarf, Zigaretten, aber auch um neue Zimmer-Einrichtungen, Ausflüge und Urlaube. Ich sehe es als meine Aufgabe, meinen Klienten unter vernünftigem Einsatz der vorhandenen Mittel ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Und manchmal muss man auch ein wenig vermitteln und gut zureden, das gehört dazu“, so Nutz.

Besondere Momente

Das Verhältnis zu seinen Klienten ist gut, die meisten kennt er schon Jahre. Einigen müsse er immer wieder versprechen, weiterhin ihr Sachwalter zu bleiben. „Ein Klient, der sich krankheitsbedingt sehr viele Sorgen macht, sagt manchmal zu mir, ‚wenn du mir das sagst, dann glaube ich es auch‘. Es freut mich, dass er mir so vertraut. Einem anderen haben wir seinen größten Wunsch nach einem neuen Zimmer, maßgefertigt vom Tischler, erfüllen können. Seine Augen strahlen nach eineinhalb Jahren noch immer bei jedem Besuch, wenn er es mir zeigt“, erzählt Nutz.

Unterstützung vom Verein

Auch wenn er schon länger dabei ist, ist der Linzer wiederum sehr froh über die gute Unterstützung vom Verein. „Natürlich ist hier fachlich viel mehr Wissen vorhanden und es gibt immer wieder neue kleine Herausforderungen, wo ich Hilfe benötige und schnell bekomme. Auch die Teambesprechungen geben einen guten Einblick und man kann über den eigenen Tellerrand hinausblicken“, so der ehrenamtliche Erwachsenenvertreter: „Außerdem ist der Umgang im Verein sehr freundschaftlich und respektvoll, das schätze ich, das ist keine Selbstverständlichkeit.

Der 47-Jährige ist überzeugt: „Es ist eine schwierige Zeit für uns alle, natürlich auch für viele Institutionen im sozialen Bereich, aber ich finde es schon immer wieder toll, was hier geleistet wird und wie gut die Betreuung unterm Strich ist. Eine Gesellschaft muss sich immer daran messen lassen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht, und da schaut es nach meinem Eindruck nicht so schlecht aus in unserem Land.“

VertretungsNetz ist ein gesetzlich anerkannter Erwachsenenschutzverein, der Menschen mit psychischer oder intellektueller Beeinträchtigung unterstützt, berät und vertritt. Die Arbeitsbereiche umfassen neben der Erwachsenenvertretung auch die Bewohnervertretung in Einrichtungen zur Pflege und Betreuung sowie die Patientenanwaltschaft in der Psychiatrie.

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