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Haus der Frau in Linz: „Artist in Residence“ Michaela Kessler ausgezeichnet

Nora Heindl, 11.07.2023 10:51

LINZ. Michaela Kessler lebt und arbeitet seit Oktober 2022 als Artist in Residence im Haus der Frau in Linz. Nun wurde sie mit dem renommierten Klemens Brosch Preis 2023 ausgezeichnet.

 (Foto: Michaela Kessler)
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Das Bildungs- und Begegnungszentrum „Haus der Frau“ in der Linzer Volksgartenstraße stellt seit 2016 die ehemalige Dienstwohnung im 3. Stock Künstlerinnen im Rahmen eines Artist-in-Residence-Aufenthalts unentgeltlich zur Verfügung. Die Initiative ist eine Kooperation mit dem Diözesankunstverein Linz.

Eva-Maria Kienast, Leiterin vom Haus der Frau, zur Intention des Projekts: „Als Bildungshaus mit einem Frauenbildungsschwerpunkt sehen wir es als unseren Auftrag, junge Künstlerinnen zu unterstützen. Die Frauen können sich so in Ruhe ihrer Arbeit widmen. Die Einbindung der Künstlerinnen in das Bildungshaus erfolgt auf ganz unterschiedliche Weise: So gab es bereits eine Vernissage in der Wohnung selbst, ein anderes Mal wurden die entstandenen Werke im Haus selbst ausgestellt und eine der Künstlerinnen hat Workshops über unser Kursprogramm angeboten.“

Diplomarbeit „kollektiver Wahnsinn“

Michaela Kessler nutzte ihre Zeit – sie arbeitet seit Anfang Oktober 2022 und noch bis Mitte September 2023 im Haus der Frau – zur Vorbereitung ihrer großformatigen Zeichnungen, die sie als Diplom in der Studienrichtung Bildende Kunst auch vor Ort der Kommission präsentierte.

Im Zuge ihrer Diplomarbeit „kollektiver Wahnsinn“ ließ Kessler weibliche Körper intuitiv in Form von Zeichnungen wachsen. Durch einzelne Kugelschreiberstriche formt sich Weiblichkeit immer weiter, nimmt so Platz ein und breitet sich aus. Szenen entstehen im Formungsprozess von selbst und erzählen so individuelle wie auch kollektiv, wahnsinnige Kurzgeschichten, die ebenso in schriftlicher Form festgehalten wurden.

Die Arbeit ist als Weiterführung ihres kreativen Schaffensprozesses zu sehen und knüpft so an die vorherigen zusammenhängenden Einzelpositionen des fortlaufenden Projektes „blue collection“ an.

Über ihre Zeit im Haus der Frau

Michaela Kessler über ihre Zeit im Haus der Frau: „Die Künstlerinnenförderung bietet im Wohnatelier genügend Platz für meine großformatigen Kugelschreiberzeichnungen und gleichzeitig Rückzugsraum für kreative Schaffenspausen. Ich schätze mich sehr glücklich, diese Möglichkeit für meine künstlerische Weiterentwicklung nutzen zu dürfen, bietet sie doch nicht zuletzt auch finanzielle Entlastung, wodurch dem Künstlerinnendasein gerade in der Anfangsphase Druck genommen wird. Im Anschluss an den Residency-Aufenthalt ist in Kooperation mit anderen Künstlerinnen vor Ort die Ausstellung „head over heels“ geplant, welche sich mit Themen wie dem Körper, dem weiblichen Menschsein, Veränderung und Verwandlung auseinandersetzt.“

Der Klemens Brosch Preis

Für die hohe künstlerische Qualität ihrer Arbeiten, insbesondere im Kontext von Zeichnung, wurde Kessler der Klemens Brosch Preis verliehen. Der Preis wird seit 2011 von der Energie AG Oberösterreich in Kooperation mit der Oberösterreichischen Landes-Kultur GmbH ausgeschrieben, ist mit 4.000 Euro dotiert und wird von einer unabhängigen Fachjury vergeben. Der Preis nimmt Bezug auf den Linzer Zeichner Klemens Brosch (1894-1926) und macht die Bedeutung von Zeichnung als wichtiges Medium der Gegenwartskunst sichtbar.

Zahlreiche Klemens-Brosch-Preisträger wurden von der Diözese Linz bereits in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen mit künstlerischen Arbeiten beauftragt. Dazu zählen Iris Christine Aue (Pfarrkirche Neufelden „mea culpa“), Inga Hehn (Marienglocke, Pfarrkirche Friedburg), Katharina Lackner (Kirchenraumgestaltung Linz-Hl. Familie), Klara Kohler (Marienglocke, Pfarrkirche Kollerschlag; Kunst am Bau Thalheim bei Wels) und Lena Göbel (Altarraumgestaltung und Fenster, Pfarrkirche Ampflwang). 

Die bisherigen Künstlerinnen im Haus der Frau

2016/17 Elisabeth Altenburg, 2017/18 Jelena Micic, 2018/19 Veronika Krenn und 2019/20 Franziska Schink. Im Bildungsjahr 2020/21 verbrachten erstmals zwei Künstlerinnen jeweils fünf Monate im Haus der Frau: Bernadette Laimbauer von Oktober 2020 bis Februar 2021, im Anschluss Marie-Andrée Pellerin von März bis September 2021. Daran schloss Verena Weninger bis Juli 2022 an.


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