Engagement gegen Gewalt an Frauen: Patricia Wenigwieser erhält Frauenpreis der Stadt Linz 2024
LINZ. Im Dezember machte Künstlerin Patricia Wenigwieser mit einer Ausstellung am Hauptplatz auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam, auch konkrete Hilfsangebote wurden dabei aufgezeigt. Dafür wird Wenigwieser mit dem Linzer Frauenpreis 2024 ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist.

Den ganzen Dezember über nutzte Patricia Wenigwieser den PopUp-Store des Innovationshauptplatzes, um gemeinsam mit Linzer Frauenorganisationen auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.
Ausstellung und Hilfsangebote
In einer Ausstellung waren Arbeiten von Wenigwieser zu sehen, die Frauen stärken und auch ermutigen sollten, ungesunde Beziehungen zu verlassen. Präsent waren auch Organisationen, die sich aktiv gegen Gewalt einsetzen und/oder als Anlaufstellen für Betroffene fungieren, etwa StoP Linz, die Frauenhelpline, der Männernotruf und das autonome Frauenzentrum Linz. Aufgezeigt wurden auch Möglichkeiten der Zivilcourage, zudem gab es ein Rahmenprogramm mit Workshops und einem Benefizkonzert mit Lesung. Nach Abschluss konnten freiwillige Spenden in Höhe von rund 2.000 Euro an das Linzer Frauenhaus übergeben werden.
Linzer Frauenstadträtin: „Thema geht uns alle an“
„Männergewalt gegen Frauen ist ein massives, gesellschaftliches Problem. Es geht uns alle an und ist auch Schwerpunkt im Linzer Frauenressort sowie in der Stadt Linz generell. Dieses Jahr zeichnen wir mit Patricia Wenigwieser eine Frau aus, die es durch ihren persönlichen Einsatz geschafft hat, das Thema Gewalt unter Einbindung von vielen Organisationen für einen Monat prominent auf dem Hauptplatz sichtbar zu machen. Ich möchte mich für dieses außerordentliche Engagement bedanken“, gratuliert Frauenstadträtin Eva Schobesberger der Preisträgerin.
Jury wählte aus 29 Einreichungen: „Preisträgerin nimmt dem Thema ein Stück Scham“
29 Einreichungen für den Frauenpreis 2024 erreichten das Frauenbüro der Stadt Linz. Unter dem Vorsitz von Frauenstadträtin Eva Schobesberger gehörten der diesjährigen Jury die Gemeinderätinnen Paulina Wessela (SPÖ), Theresa Ganhör (ÖVP), Martina Tichler (FPÖ), Gerlinde Grünn (KPÖ), Renate Pühringer (Linz+) und Vera Schachner (MFG) an. Die Verleihung des Frauenpreises findet im Rahmen der festlichen Veranstaltung „talk of fem“ am Donnerstag, 29. Februar, um 19 Uhr, im Alten Rathaus statt.
Die Entscheidung fiel einstimmig aus, die Jury begründete diese folgendermaßen: „Gewalt gegen Frauen* ist in unserer Gesellschaft immer noch allgegenwärtig und gleichzeitig wie kaum ein anderer Bereich tabuisiert und für Betroffene mit Scham behaftet. (...) Das Wissen über Beratung und Information muss möglichst breit gestreut werden. Genau das hat die Preisträgerin getan (...) Der Preisträgerin geht es mit ihren Aktivitäten auch darum, dem Thema ein Stück Scham zu nehmen und damit Betroffene zu stärken, um sich aus toxischen Beziehungen befreien zu können.“
Österreich: Bereits sieben Femizide 2024, jede dritte Frau hat körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt
Das Thema erhält zusätzliche Brisanz, weil im Jahr 2024 bereits sieben Frauenmorde (Femizide) verübt wurden, der Österreichische Frauenring hat deshalb zum „Schreitag“ gegen Femizide aufgerufen. In Österreich hat jede dritte Frau (34,51 Prozent) zwischen 18 und 74 Jahren ab dem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Die Mehrzahl aller gewaltsamen Übergriffe gegen Frauen und Mädchen werden von Männern im engsten persönlichen Umfeld verübt und bleiben auch deshalb oft lange Zeit von der Außenwelt unbemerkt.
Hilfe für Frauen und Kinder
- Frauen-Helpline: 0800 222555
- Frauenhaus Linz: Notrufnummer 0732 606700
- Autonomes Frauenzentrum: 0732 602200
- Rat auf Draht: 147
- Telefonseelsorge: 142
- Gewaltschutzzentrum OÖ: 0732 607760


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