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Sexuelle Belästigung einer Praktikantin: Arbeiterkammer OÖ fordert höheren Schadenersatz

Nora Heindl, 22.10.2025 15:49

OÖ. Trotz hoher Betroffenenzahlen fallen die rechtlichen Konsequenzen bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz laut Arbeiterkammer OÖ viel zu milde aus. Ein aktueller Fall zeigt: Für massive Übergriffe gab es nur 1.000 Euro Schadenersatz. 

Close up view of young woman making stop gesture with her hand. Cropped isolated portrait of caucasian female model. Showing her position, rejecting, defending. Copyspace for advertising. (Foto: master1305/stock.adobe.com)

Eine junge Frau wurde laut Arbeiterkammer OÖ während ihres Praktikums massiv sexuell belästigt, etwa verbal bedrängt, körperlich angegriffen und eingeschüchtert. Als sie sich wehrte und das Gespräch mit der Geschäftsführung suchte, wurde das Praktikum vom Arbeitgeber vorzeitig fristlos beendet. Zwar erhielt die Betroffene eine Schadenersatzzahlung von 1.000 Euro, dieser Betrag ist aber aus Sicht der Arbeiterkammer Oberösterreich per Gesetz viel zu niedrig angesetzt, um nachhaltige Verhaltensänderungen zu erzielen.

Die AK Oberösterreich fordert daher eine Anhebung des Mindestschadenersatzes bei allen Belästigungsformen. AK-Präsident Andreas Stangl betont: „Sexuelle Belästigung ist eine massive Grenzüberschreitung, die viele Betroffene traumatisiert zurücklässt. Eine Schadenersatzzahlung von 1.000 Euro wird der Schwere dieser Delikte weder gerecht noch wirkt sie abschreckend genug, um Übergriffe verhindern zu können.“

23 Prozent bereits übergriffiges Verhalten erlebt

Anstarren, mustern oder in den Ausschnitt starren: Der Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer OÖ zeigt, dass 23 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen derart übergriffiges Verhalten schon erlebt haben. 13 Prozent berichten von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

46 Prozent jener Frauen, die eine Belästigung melden, erhalten Unterstützung im Betrieb durch Führungskräfte. Außerhalb des Betriebes ist die Arbeiterkammer mit Abstand die wichtigste Anlaufstelle, das geben 56 Prozent der Frauen an.

Insgesamt hat die Arbeiterkammer OÖ 2024 rund 141.000 Euro Nachzahlungen für diskriminierte Mitglieder erkämpft, das sind pro Fall rund 3.800 Euro. 59 Prozent der Frauen sehen zudem die AK mit deutlichem Abstand zu anderen Institutionen als engagierteste Kraft im Einsatz für Gleichstellung.


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