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LINZ. Zu acht Monaten bedingter Haft wurde am Landesgericht Linz jener Mann verurteilt, der im März vergangenen Jahres in einer Straßenbahn zwei Schwestern aus Steyr teils schwer verletzt hatte.

In einer Linzer Straßenbahn kam es zu dem Übergriff. (Foto: Volker Weihbold)
In einer Linzer Straßenbahn kam es zu dem Übergriff. (Foto: Volker Weihbold)

Zusätzlich wurde der bisher unbescholtene 42-jährige Linzer zur Zahlung von 4.000 beziehungsweise 1.000 Euro Teilschmerzengeld verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Angriff in Straßenbahn

Der Angeklagte hatte an einem Wochenende in den frühen Morgenstunden die beiden Schwestern (22 und 27 Jahre alt) in der Straßenbahn nach fehlgeschlagenen Flirtversuchen zuerst beleidigt und dann zugeschlagen. Die ältere der beiden erlitt dabei einen Nasenbeinbruch, die jüngere Schwester eine Quetschung der Speiseröhre. Beide berichteten von anhaltenden Angstzuständen, Panikattacken und Schlafstörungen.

Angeklagter ohne Erinnerung

Der Angeklagte übernahm vor Gericht die Verantwortung – auch wenn er angab, überhaupt keine Erinnerung an den Abend beziehungsweise an die Nacht zu haben. Er habe sich jedoch auf dem Überwachungsvideo aus der Straßenbahn wiedererkannt, so der Linzer.

Psychotherapie begonnen

„Es gibt keine Entschuldigung, ich weiß nicht, wie es dazu kommen konnte“, sagte der 42-Jährige. Ob es zu viel Alkohol war oder ob ihm in einer Linzer Disco jemand etwas ins Getränk gemischt habe, konnte er nicht erklären. Mittlerweile hat er eine Psychotherapie begonnen und bereits im Vorfeld den Opfern Geld als Schadenswiedergutmachung überwiesen. Auch ein Entschuldigungsschreiben ließ er ihnen zukommen.

Großes Aufsehen

Der Fall hatte im Vorjahr für großes mediales Aufsehen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft hatte sich zunächst aufgrund der mangelnden Qualität der Aufnahmen aus den Überwachungskameras gegen eine Öffentlichkeitsfahndung entschieden. Nach medialem Druck – auch von Tips – wurde die Entscheidung jedoch revidiert, die Bilder aus der Straßenbahn nachbearbeitet und schließlich veröffentlicht.

Klare Ansage von Stadträtin

„Diese Verurteilung ist wichtig: Es muss außer Streit stehen, dass Gewalttaten vom Staat verfolgt werden und Gewalt gegen Frauen Konsequenzen hat“, betont Frauenstadträtin Eva Schobesberger (Grüne), die an der Verhandlung teilgenommen hat.

Sicherheitstadtrat Michael Raml (FPÖ) betonte die Wichtigkeit einer effizienten Videoüberwachung. „Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie wichtig Videoüberwachung für die Sicherheit im öffentlichen Raum ist. Genau darauf haben wir als FPÖ Linz seit Jahren gedrängt – insbesondere im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel und Haltestellen“, so Raml.

Der Vorfall hatte die Linz AG veranlasst, die Videoüberwachung nachzurüsten. In 29 von 62 Straßenbahnen wurde bisher nachgebessert.

Lesen sie auch:

https://www.tips.at/nachrichten/linz/land-leute/694310-brutale-attacke-in-linzer-strassenbahn-opfer-uebt-kritik-an-staatsanwaltschaft


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