Öffi-Offensive in Linz: Mehr Geld für Bus und Bahn als für Straßen
LINZ. Die Stadt Linz treibt heuer ihr Verkehrskonzept deutlich voran - mit neuen Vorzeichen. Erstmals wird dieses Jahr mehr in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investiert als in den Straßenbau.“Wir stellen die Weichen für die Mobilität von morgen und übermorgen“, betont Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP).
Mit 14,5 Millionen Euro investiert die Stadt Linz heuer so viel wie noch nie zuvor in den öffentlichen Verkehr. Konkret fließt das Budget in die Planungen und die Anschaffung der Busse für die neuen Schnellbuslinien 13 und 14 sowie für die O-Buslinie 48. Zum Vergleich: Das sonstige Investitionsbudget für Straßenbau und Verkehr – inklusive Rad- und Gehwegen sowie Beleuchtung, jedoch ohne öffentlichen Verkehr – beträgt 12,9 Millionen Euro.
Finanzieller Kraftakt
„Das Zusatzbudget von heuer 14,5 Millionen Euro ist natürlich ein finanzieller Kraftakt und wird es langjährig auch bleiben. Doch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist für die Stadtentwicklung und für die Lebensqualität der Stadt eine Grundvoraussetzung“, betont Hajart.
Fortsetzung des Öffi-Ausbaus
Der Ausbau ist eine konsequente Fortsetzung der Öffi-Offensive. Bereits 2025 wurden die Busse für die Linien 13, 14 und 48 bestellt. Die Linien 13 und 48 sollen im Herbst 2027 in Betrieb gehen. Die Umsetzung der Linie 14 startet erst mit der Umwidmung der geplanten Wohngebiete auf dem ehemaligen Kasernenareal.
Wie berichtet, wird die Linie 13 den Linzer Süden von Pichling über die Solar City mit dem Industriegebiet am Hafen bis nach Urfahr verbinden. Die O-Buslinie 48 wird von der Haltestelle Karlhof in Urfahr über die neue Eisenbahnbrücke und das Franckviertel bis zum Bulgariplatz geführt.
Verlängerung bis Pichling
Das heurige Jahr soll zudem Klarheit über weitere Mobilitätsprojekte bringen. Spätestens mit dem geplanten viergleisigen Ausbau der Westbahnstrecke durch die ÖBB bis 2032 oder 2033 rückt auch die Verlängerung der Straßenbahnlinie von der Solar City in den Südpark und weiter bis zum Bahnhof Pichling in den Fokus. Dadurch wäre nicht nur der Pichlinger See besser angebunden, sondern es könnte auch Raum für einen großen Park-&-Ride-Platz geschaffen werden. Die Umsetzung ist bis 2033 angestrebt.
Zusätzlich wird noch in diesem Jahr geprüft, ob die Stadtteilbuslinie 194 vom Froschberg nach Leonding verlängert werden kann, um die Neue Heimat besser zu erschließen.
Breitere Rampe beim Ars Electronica Center
Auch bei der Infrastruktur für den Rad- und Fußverkehr gibt es Fortschritte. Vorbei sein soll es heuer mit dem Nadelöhr beim Abgang beim Ars Electronica Center zur Donaulände: Die Rampe wird derzeit verbreitert und soll noch vor den Sommerferien als gemeinsamer Rad- und Fußweg in beide Richtungen freigegeben werden.
Auf der Lentos-Seite beginnt heuer zudem der Bau eines neuen barrierefreien Stegs zur Donaulände, der bis Mitte 2027 fertiggestellt sein soll. Die neuen Wege werden jeweils 3,5 Meter breit sein.
Vier Millionen Euro kosten die beiden Sonderprojekte, die Hälfte davon steuert das Land Oberösterreich bei.
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