Schwalbenschutz trifft Hightech an der HBLA Elmberg
LINZ/TRAUN. Artenschutz zum Anfassen stand kürzlich an der HBLA Elmberg auf dem Programm. Das Österreichische Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) organisierte für die zweiten Klassen einen Workshop zum Bau von Nisthilfen für Rauch- und Mehlschwalben. Ziel war es, den Schülern nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie aktiv in konkrete Schutzmaßnahmen einzubinden.
Schwalben zählen zu den bekanntesten Kulturfolgern, sind jedoch zunehmend von Lebensraumverlust betroffen. Moderne Bauweisen, der Rückgang traditioneller Stallungen und fehlende Nistmöglichkeiten erschweren ihre Fortpflanzung. In einem einleitenden Vortrag erklärte die Schwalben-Expertin Konstanze Schuh aus dem Burgenland die ökologische Bedeutung der Vögel, ihre Ansprüche an Brutplätze sowie die Unterschiede zwischen Rauch- und Mehlschwalben. Dabei wurde deutlich, wie sehr diese Arten auf gezielte Unterstützung angewiesen sind.
Im anschließenden Praxisteil setzten die Schüler das Gelernte um. Mit handwerklichem Geschick entstanden mehr als 20 Nisthilfen, die künftig an geeigneten Standorten angebracht werden sollen. Unterstützt wurde der Workshop vom Trauner Deep-Tech-Startup Carbon Cleanup, das einen Teil der benötigten Formen aus recycelter Kohlefaser zur Verfügung stellte. Das junge Unternehmen beschäftigt sich mit der Wiederverwertung von Kohlefaserabfällen, die in vielen Industrien anfallen und bislang nur schwer zu recyceln sind.
Der Einsatz des Materials zeigte den Jugendlichen, wie innovative Technologien und Kreislaufwirtschaft auch im Naturschutz sinnvoll genutzt werden können. Die Verbindung von Artenschutz und moderner Materialentwicklung machte den Workshop besonders anschaulich und gab Einblick in neue berufliche und technologische Perspektiven.
Am Ende stand nicht nur ein sichtbares Ergebnis in Form der gebauten Nisthilfen, sondern auch das Gefühl, selbst einen Beitrag leisten zu können.
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