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Linzer wechselt vom Controlling in die Sozialbetreuung: "Habe es keine Sekunde bereut."

Nora Heindl, 19.02.2026 09:17

LINZ. Peter Schneider (58) aus Linz wagte vor drei Jahren einen beruflichen Neustart: Nach einem Wirtschaftsstudium und gut 30 Jahren im Controlling drückt er an der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe in Linz noch mal die Schulbank: „Ich wollte weg von den Zahlen hin zur Unterstützung von Menschen. Diese Entscheidung habe ich noch keine Sekunde bereut.“

Peter Schneider (l.) mit Johnny, der stolz seine Lebensgeschichte in Händen hält. (Foto: Caritas)
Peter Schneider (l.) mit Johnny, der stolz seine Lebensgeschichte in Händen hält. (Foto: Caritas)

Bereits während seines Zivildienstes beim Samariterbund erlebte Peter Schneider prägende Begegnungen mit Menschen aus verschiedenen Lebensumfeldern. Nach vielen Jahren im Rechnungswesen beschloss er Menschen unterstützen zu wollen, die in ihrem Alltag benötigen. 

So wie Johnny, den er während seiner Ausbildung zum Fach-Sozialbetreuer für Behindertenbegleitung kennenlernte. Der 72-Jährige mit leichter kognitiver Beeinträchtigung hat eine bewegte Lebensgeschichte zu erzählen. Als Frühchen geboren, wuchs er in verschiedenen Heimen auf, erlebte bereits in frühester Kindheit, aber auch später während seiner Jugend oft Ablehnung und Ausgrenzung. Er litt häufig unter dem Verlust bzw. dem Nicht-Vorhandensein von Bezugspersonen. Seine Vergangenheit war von Brüchen, Lücken und Unsicherheiten geprägt.

Eine Reise zu den Wurzeln

Peter Schneider beschloss in enger Zusammenarbeit mit Johnny, dessen Geschichte aufzuarbeiten und entwickelte daraus das Fachprojekt „It’s my life – das ist mein Leben“.

Das Ergebnis ist ein persönliches Fotobuch – eine Reise zu Johnnys eigenen Wurzeln, festgehalten in Rückblicken, Erinnerungen und Erzählungen. Es verbindet für Johnny Vergangenes mit der Gegenwart. „Wir haben gemeinsam Orte seiner Vergangenheit besucht – etwa St. Isidor, wo er einen Großteil seiner Kindheit verbrachte, oder das Grab seiner mittlerweile leider bereits verstorbenen Kinderdorfmutter“, erzählt Peter Schneider.

Besonders berührend war das Wiedersehen mit Johnnys über 90-jähriger Firmpatin. „Da wurde spürbar: Es gab Menschen, die ihn mochten. Das hat ihn tief bewegt.“

Für Johnny war das Projekt eine Reise zu sich selbst  – und für Peter Schneider, der mittlerweile in der Ausbildung zum Diplom-Sozialbetreuer mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung steckt, der Beweis, wie wertvoll Sozialbetreuung als Beruf ist: „Gerade für Menschen mit wenigen positiven Bezugspunkten im Leben kann Biografiearbeit eine wertvolle Ressource sein“, erklärt Schneider. „Erinnerungen bekommen wieder einen Platz, Lebensstationen werden gewürdigt und erlebbar gemacht.“

Infoabend und Tag der offenen Tür

Wer sich wie Peter Schneider für einen Sozialberuf interessiert, der erfährt beim Infoabend am Donnerstag, 5. März, um 17 Uhr an der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe, Salesianumweg in Linz oder beim Tag der offenen Tür am Freitag, 6. März, zwischen 9 und 14 Uhr an der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe, Schiefersederweg, in Linz-Urfahr mehr.

Infos: www.ausbildung-sozialberufe.at 


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