310 erfolgreiche Lebendnierenspenden am Ordensklinikum Linz
LINZ. Organspenden retten Leben – eine einfache Wahrheit, die am Ordensklinikum Linz seit mehr als 50 Jahren gelebte Realität ist. Nun wurde ein besonderer Meilenstein erreicht: Bis zum Jahreswechsel konnte die 310. Nierentransplantation von Lebendspendern durchgeführt werden. 50 dieser Transplantationen erfolgten trotz unterschiedlicher Blutgruppen.

Seit 1974 werden Patienten mit chronischem Nierenversagen im Ordensklinikum Linz Elisabethinen nierentransplantiert. Für viele bedeutet ein Spenderorgan nicht nur mehr Lebensqualität, sondern auch deutlich mehr Lebenszeit.
Während Betroffene mit Dialyse – der sogenannten Blutwäsche – durchschnittlich rund acht Jahre leben, kann eine Transplantation diese Zeit verdoppeln oder sogar verdreifachen. 25 bis 30 gute Lebensjahre sind mit einem Spenderorgan möglich.
Haberlander: Organspende als „gelebte Solidarität“
„Organspende ist gelebte Solidarität – und eine der verantwortungsvollsten Formen medizinischer Versorgung. Dass am Ordensklinikum Linz seit Jahrzehnten auf höchstem Niveau transplantiert wird, zeigt: In Oberösterreich verbinden wir medizinischen Fortschritt mit einem klaren öffentlichen Versorgungsauftrag. Unser Ziel ist es, Menschen nicht nur zu behandeln, sondern ihnen echte Lebensperspektiven zu eröffnen“, betont Gesundheitslandesrätin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP).
Medizinischer Fortschritt macht mehr möglich
Vor 50 Jahren war eine Nierentransplantation noch eine Seltenheit. Heute sind sogar Transplantationen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Blutgruppen möglich.
„Wir sehen einen enormen medizinischen Fortschritt in den Versorgungsmöglichkeiten für unsere Patienten. Vor 50 Jahren war eine Nierentransplantation noch eine Seltenheit. Mittlerweile können wir auch Organe von Spendern an Empfänger übertragen, die nicht die gleiche Blutgruppe haben. Am Ordensklinikum Linz Elisabethinen konnten wir heuer bereits die 50. dieser blutgruppeninkompatiblen Transplantationen durchführen“, sagt Daniel Cejka, Leiter der Nephrologie und Transplantationsmedizin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.
Diese Eingriffe seien komplex und erforderten eine intensive Vor- und Nachbetreuung, damit das Organ nicht abgestoßen werde. Der Vorteil: Es muss nicht zwingend ein passendes Organ mit identischer Blutgruppe verfügbar sein. Auch nicht verwandte Personen können spenden.
National führendes Zentrum
Das nephrologische Transplantationszentrum in Linz zählt neben Wien, Graz und Innsbruck zu den vier Zentren Österreichs und nimmt vor allem bei Lebendspenden eine führende Rolle ein.
2024 wurden österreichweit 637 Organe von lebenden und verstorbenen Spendern transplantiert, 319 davon waren Nieren. 2025 wurden am Ordensklinikum Linz 68 Nieren transplantiert, 14 davon stammten von Lebendspendern.
„14 der 68 Nieren, die 2025 bei uns im Haus transplantiert wurden, stammen von Lebendspendern“, sagt Matthias Biebl, Abteilungsleiter der Chirurgie am Ordensklinikum Linz.
Dabei stehe die Sicherheit der Spender an oberster Stelle.
„Drei von vier potenziellen Spendern müssen wir leider ablehnen, weil der Eingriff negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben könnte. Für die Erst- und Aufklärungsgespräche nehmen wir uns jedes Mal viel Zeit“, so der Chirurg.
Sinkende Spendenbereitschaft
Österreichweit spenden jährlich zwischen 150 und 200 Menschen ihre Organe. Dennoch sinkt die Zahl der Organspenden von Verstorbenen – trotz der sogenannten Widerspruchslösung. Aktuell warten mehr als 800 Patienten auf ein Spenderorgan. Jährlich sterben etwa 50 bis 70 Menschen auf der Warteliste.
„Die Ursachen für die sinkenden Organspendenzahlen sind vielfältig. Einerseits spielen die Personalressourcen, die für eine Transplantation gebraucht werden, eine Rolle. Andererseits nehmen die Einsprüche der Angehörigen von verstorbenen potenziellen Spendern zu, weil generell eine gewisse Skepsis oder Vorurteile herrschen“, sagt Daniel Cejka, der als Präsident die Österreichische Gesellschaft für Transplantation, Transfusion und Genetik – kurz Austrotransplant (ATx) – leitet.
Stefan Eccher, Anästhesist und lokaler Organspendenbeauftragter am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, ergänzt: „Die Verstorbenen werden auch während der Organentnahme zu jeder Zeit pietätvoll behandelt und die Angehörigen bekommen genügend Zeit, um sich zu verabschieden.“
Bewusstsein stärken
Um die Sensibilität für das Thema zu erhöhen, startete das Ordensklinikum Linz im Frühjahr eine trägerübergreifende Kampagne unter dem Motto: „Ich bin für Organspende! Denn Organspende rettet Leben.“ Erste positive Effekte zeigen sich bereits – potenzielle Spender werden häufiger gemeldet.
Führend auch bei Stammzelltransplantationen
Nicht nur bei Nierentransplantationen ist das Ordensklinikum Linz Vorreiter. Die Bettenkapazitäten für Knochenmarktransplantationen werden ausgebaut. Zudem befindet sich seit 2024 das nationale Stammzelltransplantationsregister am Standort Linz. Sämtliche Daten aller in Österreich durchgeführten Stammzelltransplantationen laufen hier zusammen.
Auch Patienten mit transplantierten Organen wie Lunge, Leber oder Herz werden im Ordensklinikum Linz betreut – vor allem in der wichtigen Nachsorge.


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