Eltern kritisieren kilometerweit entfernte Containerlösung für Schule in Linz
LINZ. Große Unzufriedenheit herrscht bei den Eltern der Schüler der ABIS (Anton Bruckner International School). Da die bestehenden Kapazitäten nicht mehr ausreichen, wurde 2023 ein Ausbau beschlossen. Als Übergangslösung soll nun ein Teil der Klassen in Containern untergebracht werden – mehrere Kilometer vom Standort der Schule entfernt.

Die Privatschule ABIS im Bruckner Tower in Linz-Urfahr wird erweitert. Da die bestehenden räumlichen Kapazitäten nicht ausreichen, um den Schulbetrieb in den kommenden Jahren entsprechend den geplanten Ausbauzielen sicherzustellen, wird der Schule ab dem Schuljahr 2026/27 für die Dauer von voraussichtlich vier Schuljahren ein Ausweichquartier im mehrere Kilometer entfernten Linz-Auhof zur Verfügung gestellt. Die geplanten Container für einen Teil der Klassen dienen der Überbrückung bis zur Realisierung einer baulichen Gesamtlösung, deren Umfang und Standort derzeit geprüft werden.
Eltern kritisieren längeren Schulweg
Besorgte Eltern wenden sich nun an die Politik mit dem Argument, der tägliche Schulweg für die Schüler werde damit deutlich verlängert. Sie fordern eine erneute Prüfung des Standorts. Die benötigten Container sollten in unmittelbarer Nähe der Schule aufgestellt werden. Als Vorschlag wird die Parkanlage vor dem Anton-Bruckner-Tower genannt. Dieser Standort würde eine schulnahe Lösung darstellen und die Belastungen für die Schüler verringern. Sie kritisieren weiters, dass am vorgesehenen Standort keine geeigneten Unterrichtsräume für Fächer wie Chemie und Physik vorhanden seien, sodass die ausgelagerten Klassen gemeinsam mit den Lehrpersonen regelmäßig zum ursprünglichen Schulstandort pendeln müssten.
Konkret sollen das MYP (Middle Years Programme – Mittelstufe) und das DP (Diploma Programme) ab September 2026 in Container ausgelagert werden. Das ELC (Early Learning Center – Kindergarten) sowie das PYP (Primary Years Programme – Volksschule, 1. bis 5. Klasse) bleiben bis zur vorgesehenen Fertigstellung des neuen Gebäudes 2030/2031 im Bruckner Tower.
Erste Reaktion aus der Politik
Auf Nachfrage teilte das Büro Haberlander mit, dass bereits mehrere Varianten geprüft wurden und die Entscheidung schließlich auf den von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) angebotenen Standort bei der HLW Auhof fiel.
„Wir bekennen uns klar zur Anton Bruckner International School und zu ihrem weiteren Ausbau und investieren deshalb auch allein drei Millionen Euro in diese Übergangslösung. Denn eine internationale Schule ist für einen Standort wie Linz weit mehr als ein zusätzliches Bildungsangebot – sie ist ein zentraler Standortfaktor. Eine solche Schule stärkt aber nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich, sie fördert auch Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenzen und unterstreicht die Weltoffenheit sowie Zukunftsorientierung der Region. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, zur wirtschaftlichen Dynamik und zur langfristigen Attraktivität des Standorts“, betont Bildungsreferentin Christine Haberlander.
Bereits 2023 beschloss das Land Oberösterreich den Ausbau des internationalen Bildungsangebots, insbesondere der ABIS, um den Wirtschaftsstandort zu stärken und der steigenden Nachfrage internationaler Fachkräfte gerecht zu werden. Künftig wird die Schule zweiklassig geführt und um das International Baccalaureate Diploma Programme erweitert, sodass eine durchgängige, international anerkannte Ausbildung vom Early Learning Center bis zum Abschluss angeboten wird.


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