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LINZ/OÖ. Weniger Wege, schnellere Hilfe und mehr Zeit für Patienten: Ein neues digitales Rufsystem soll den Pflegealltag in Oberösterreichs Spitälern spürbar erleichtern.

  1 / 2   Patienten können ihre Anliegen – etwa Getränke- oder Medikamentenwünsche, Unterstützung beim Aufstehen oder Hinweise wie „Infusion leer“ – direkt am Bedside Terminal auswählen. (Foto: OÖG)

Die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG) rollt das digitale Patientenrufsystem Cliniserve aus. Die Software erweitert den klassischen Patientenruf und ermöglicht eine digitale Kommunikation zwischen Patienten und Pflegekräften über Bildschirme am Krankenbett. So können Patienten direkt per Touch ihr Anliegen bekannt geben, ob etwa ein Getränk benötigt wird, ein Medikamente oder Unterstützung beim Aufstehen. 

„Unsere MitarbeiterInnen leisten tagtäglich Großartiges – moderne digitale Systeme wie Cliniserve helfen, sie im Alltag bestmöglich zu unterstützen und schaffen einen spürbaren positiven Effekt für unsere PatientInnen. Weniger Unterbrechungen, deutlich weniger Wege, klare Zuständigkeiten und eine schnellere Reaktionszeit: All das ermöglicht mehr Zeit für den direkten Kontakt mit den PatientInnen“, betonenHarald Schöffl und Karl Lehner, die Geschäftsführer der OÖG.

Erste Erfahrungen zeigen deutliche Entlastung

Das Klinikum Schärding die erste OÖG-Klinik, in der Cliniserve flächendeckend im Einsatz ist. In den ersten drei Wochen wurden fast 600 Anfragen über das System gestellt. Rund 500 Anfragen waren pflegerischer Natur – etwa Meldungen über Schmerzen oder Hinweise auf leere Infusionsflaschen. Die übrigen Anfragen betrafen nicht-pflegerische Anliegen, wie beispielsweise ein Getränkewunsch, und konnten direkt von Servicepersonal übernommen werden. Dadurch gewinnt das Pflegepersonal wertvolle Zeit, um sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren. 

„Cliniserve entlastet unsere Pflegekräfte nachhaltig. Durch die digitale Aufgabenverteilung wird automatisch die richtige Berufsgruppe angesprochen. Das spart viele Wege sowie Zeit, erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit und schafft mehr Raum für die eigentliche Pflege“, betontMartina Bruckner, Pflegedirektorin am Klinikum Schärding.

Mehrsprachigkeit verbessert Verständigung

Davor wurde das System bereits im Klinikum Rohrbach als Pilotprojekt auf drei Stationen mit rund 100 Betten erfolgreich getestet. Ein besonderer Vorteil ist die integrierte Mehrsprachigkeit: PatientInnen geben ihre Anliegen in der eigenen Sprache ein, das Pflegepersonal erhält die Nachricht automatisch auf Deutsch. Rückmeldungen werden wieder in der Sprache der Patienten ausgeliefert.

„Diese direkte und transparente Kommunikation hilft uns enorm, Missverständnisse zu vermeiden und auf individuelle Bedürfnisse rasch und professionell einzugehen“, schildert Christa Kneidinger, Pflegedirektorin am Klinikum Rohrbach. 

Das bestehende Notruf-System bleibt unverändert bestehen. Bei Notfällen erfolgt weiterhin der klassische Alarm – Cliniserve ist eine Ergänzung, kein Ersatz des Notrufsystems.

Schrittweise Einführung in allen Kliniken

Insgesamt wird Cliniserve in den OÖG-Kliniken auf mehr als 3.500 Terminals installiert. 166 Terminals sind allein im Klinikum Schärding im Einsatz. 

„Ein besonderer Vorteil des Systems ist auch die Flexibilität. Wir stimmen die Menüführung für jede Station individuell ab, sodass unterschiedliche Anforderungen der Fachbereiche optimal berücksichtigt werden können“, so Manfred Grünzweil, Projektleiter aus der Medizin- und Informationstechnik (MIT).

Als nächstes wird Cliniserve in den Kliniken Freistadt und Rohrbach – an den noch fehlenden Stationen – installiert. Danach folgen schrittweise alle anderen OÖG-Kliniken bis 2029. Teilweise geht dies einher mit einer Modernisierung der Bedside‑Terminals.

„Mit Cliniserve setzen wir einen wichtigen Schritt zur weiteren Digitalisierung unserer Spitäler – und zwar dort, wo sie den größten Nutzen stiftet: direkt am Krankenbett. Die neue Form der Kommunikation stärkt die Orientierung für Patientinnen und Patienten und entlastet gleichzeitig unsere Pflegekräfte. Das ist moderne Medizin auf höchstem Niveau und ein Gewinn für alle Beteiligten, denn Technik muss dem Menschen nutzen und nicht umgekehrt“, sagt Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander.


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